vom Weltverbessern, Entrümpeln, Konsumverzicht und Lebensglück ...

mein Blog vom Entrümpeln, Konsumverzicht, Ausmisten, Downshiften, Minimalismus oder so :) Bis zum Ende des Jahres sollen es 1.000 Teile weniger sein!

Dienstag, 18. Dezember 2012

kein heimliches Entrümpeln im Hintergrund ...

Ja, ich freue mich auch darauf, wenn es hier weitergeht.
Ich versinke derzeit schlicht in Arbeit und statt zu entrümpeln, stelle ich alle freien Flächen derzeit wieder zu.
Ich ahne schon, wie es zu der wahren Entrümplungsgier Ende letzten Jahres kam:
sie wird mich sicherlich auch diesmal befallen!

Immerhin weiß ich nun, dass die Unordnung eher oberflächlich ist.
Dazu habe ich nun enorm viel Übung darin, zu entrümpeln.

Doof nur:
sowohl der Tauschcontainer im Abfallhof wurde geschlossen,
als auch unsere Möbelbörse in Hohenwestedt.
Der Möbelbörse wurden schlicht die Mittel zusammengestrichen - vermutlich braucht man all die Millionen in Hamburg um die hässliche Oper weiter zu bauen.

Ich war so traurig über die Schließung, dass mir die Chefin persönlich tröstlich Tipps gab, wo ich noch günstig an Möbel und Hausrat komme.
Immerhin war ich gerade mit meinem Töchterlein dort auf der Suche nach einem Kinderwagen. Um nicht in Verruf zu geraten, hatte das Töchterlein mehrfach erwähnt, dass sie den nur für einen Tag als Komparsin bräuchte ... :)

2013 wird es also nicht leichter, sich von "eigentlich noch gut, aber zuviel" zu trennen.

2013 werde ich wohl mit einem Hüpfer auf die Waage beginnen, der ich seit November aus dem Weg gehe.
Ich ahne Schröckliches, denn eine Hose, die ich schon wegen "zu weit" aussortieren wollte, zwickt mittlerweile sogar ein wenig und so trage ich am liebsten schön weite Zelte, die mich nicht permanent an meine Fülle erinnern.

Ja, so ist das ...

Montag, 5. November 2012

Mit Müsliriegeln den Küchenschrank entrümpeln

Beim Entrümpeln bin ich in der Küche hängengeblieben, obwohl ich die einzelnen Fächer doch dieses Jahr schon entrümpelt hatte ...
Da ich ein eher zerstreuter, unkonzentrierter Schussel bin, ist Vorratshaltung für mich vielleicht keine so gute Idee.
Meine Schwester sagt beim Einkaufen so Dinge wie
"ich habe noch ein angebrochenes Paket Mandeln im Schrank"
und sie kauft dann keine.
Ich dagegen habe keine Ahnung, was sich in meinen Schränken befindet und bei der Menge angebrochener Tüten und dem bisschen Zeit, das man an einem Tag so hat, auch selten die Zeit nachzuschauen.
Auf die Art gehöre ich zu den Leuten, deren Schränke irgendwann überquellen.
Was mein Backfach angeht, retten mich da meine Müsliriegel ohne Zucker.


Ich räume mein Backfach einmal komplett aus und kippe alle angebrochenen Tüten mit Trockenobst und Kernen ineinander.
Meist kommen so locker 1.100 Gramm Kram zusammen - wenn nicht, fülle ich mit (angebrochenen Tüten) Haferflocken oder Müsliresten auf.

Das Ergebnis ist toll!
Sauleckere Müsliriegel UND ein ordentlicher Schrank.
(Mehl und Zucker haben bei mir übrigens jeweils eigene Fächer und ich kann schnell sehen, ob ich davon Nachschub brauche)
Backpulver, Zuckerstreusel oder Schokolade werden bei uns aus unterschiedlichen Gründen nicht schlecht und bedürfen auch keiner besonderen Verwertungs-Rezepte.
Kerne und Trockenobst sind dagegen die "angebrochene Tüten"-Kandidaten in diesem Fach ...

Außerdem habe ich einen halben Tag damit verbracht, meine Schlafzimmerfensterbank wieder zu entrümpeln, wobei mir eher unklar ist, wann und wie die so verwüstet wurde ...

Einen anderen Tag nahm das "Glühbirnen-Wechseln" in Anspruch.
Wegen der unterschiedlichen Deckenhöhen und oft sehr niedrigen Decken, haben wir eigentlich keine Lampen, sondern Deckenstrahler.
Und über die Jahre wurde ich zum echten Energiesparer, da nach 6 Jahren immer mehr Birnen dunkel blieben.
Bis zur Zeitumstellung hat uns das nicht wirklich gestört - aber als ich zuletzt versucht war, den Kühlschrank aufzumachen um Licht zum Kochen zu haben, gaben wir die Idee des unfreiwilligen Energiesparens auf und nun leuchten überall Led-Lampen.
An deren Licht muss ich mich irgendwie noch gewöhnen.
Ich wollte sie nicht, aber der Vater all meiner Kinder wurde nicht müde, mir den finanziellen Vorteil in Sachen Stromrechnung schmackhaft zu machen.
Und noch dazu konnte ich ihn anstiften, besagte Birnen zu besorgen und auch auszuwechseln.
Womit meine Leistung sich beim Birnenwechseln im Endeffekt aufs Abnicken und Bezahlen beschränkte, aber ich finde, das zählt auch.

Seid nicht so pedantisch :)

Dienstag, 23. Oktober 2012

Lost in Entrümplung

Sagt mal, habt Ihr das gewusst?
So ein Tag hat nur 24 Stunden!
Also, mich überrascht das jedes Mal von Neuem.

Wenn ich meine Tagesplanung für morgen mache, gehe ich entweder von einem 50 Stunden-Tag aus, oder überschätze meine Geschwindigkeit ...

Wobei ich überlege, was mich davon abhält, einfach meinen ganz persönlichen Rhytmus zu leben, der eben einen 50 Stunden Tag vorsieht.
Jetzt im (nahenden) Winter stört es in Sachen "hell-dunkel" keinen großen Geist, ob ich mich nach dem Tageslicht richte und dafür schaffe ich an einem Tag dann auch mal das, was ich mir vornehme und verplemper viel weniger Zeit mit Schlaf, Duschen und Kochen.
Hey, außerdem altere ich deutlich langsamer und habe noch endlos Zeit bis zum nächsten Geburtstag.

Ok, ok ...

Gestern hatte ich mir vorgenommen, wahnsinnig viele Beiträge auf der Hausfrauenseite einzubauen, nachdem ich entrümpelt, gekocht und Hunde gerundet hätte.
Tja, nach der Hunderunde war es aber dann schon wieder nachmittag und die Kinder kamen hungrig aus der Schule zurück.
War nichts mit der Hausfrauenseite, aber dafür hatte ich gekocht und den kompletten Ofen entrümpelt.


Ich hatte alles, was auf dem Ofen stand, auf den Esstisch und noch einen Tisch geräumt und dann verbrachte ich den Rest des Tages damit, beide Tische wieder freizuräumen.

Oh, Hölle ...

Denn der Ofen war immer mehr zum Vorratslager, Büro-Nebenstelle, Bücherregal und Galerie verkommen.
Da nun die Tage nahen, in denen wir ihn mal wieder anwerfen wollen, war allein die Sache mit dem Vorratslager keine gute Idee.

Es ist eine gute Idee, so eine Fläche einmal komplett abzuräumen, den kompletten Kram dann aufzuräumen und aus dem Rest das zu wählen, was man als Deko unbedingt auf dem Ofen haben möchte.
Dann also den Ofen dekorieren:

Und den Deko-Rest beäugen, ob es noch aufbewahrenswerter Kram ist oder nicht.
Einges konnte meine Tochter brauchen, einiges habe ich in entsprechende Deko-Kisten auf dem Dach geräumt und das andere in die Deko-Tonne, die morgen in aller Frühe abgeholt wird ...

Wichtig ist einfach, erst einmal den Ofen so zu dekorieren, wie man ihn gerade haben möchte - oder was immer Ihr dekoriert - und nicht vor dem alten Chaos zu stehen und zu entscheiden, was davon weg soll, denn das ist viel schwerer.

Heute habe ich mir dann auch gleich noch die Fläche auf meinem Kühlschrank vorgenommen. Dort waren wieder zig angebrochene Packungen aus meiner Sicht gerutscht und und und ... Chaos.
Ich habe alles abgeräumt, viel weggeworfen und nun nur Dosen zugelassen, die halbwegs dekorativ sind UND ihren Inhalt verraten.
Wobei ... sag doch mal bitte einer meiner Tochter, dass ihr Müsli jetzt in der Marzipan-Cappuccino-Dose ist, wenn ich es vergesse ... denn da kommt sie sonst nie drauf ;-)


So, jetzt Hunderunde ... und dann hungrige Kinder.

argh




Donnerstag, 11. Oktober 2012

Die Dusche

Nach ein paar Tagen in Köln, wollte ich meine Sachen wieder in die Dusche stellen.
Shampoo, Spülung, Duschgel.
Außerdem eine Bürste mit einer mittlerweile recht übersichtlichen Zahl an Borsten, mit der ich mein doch sehr langes Haar zu bürsten pflege, wenn die Spülung gerade ihre entknotende Wirkung entfaltet.

Allein:
es gab keinen Platz mehr für meine Sachen.
Unsere beiden Metallkörbe in der Dusche waren rappelvoll.
Ein Umstand, der mir wieder mal bewusst machte, dass meine Kinder mein Bedürfnis nach Ordnung derzeit weder teilen noch unterstützen.

Wie oft habe ich schon meine pädagogische Pflicht wahrgenommen und brav die Rolle derjenigen übernommen, die den Laden hier einerseits am Laufen und andererseits vom Vermüllen abhält?
Ein Aspekt der Mutterrolle, die uns allen vermutlich am meisten Verdruss bereitet.
Würde ich jetzt mal wieder zum Aufräumen der Dusche aufrufen, wären meine Kinder wieder mal einig darin, dass ich hier die Spaßbremse bin und in ca einer Woche sähe die Dusche wieder wüst aus und ich dürfte wieder ... mag nicht!

Dazu kommt, dass mein Töchterlein gelegentlich beschließt, ihre Haare über der Badewanne zu waschen, was ich dann daran merke, dass ich tropfnass in dem einen Bad stehe, während meine Spülung sich ein Bad weiter befindet und ich also die Wahl habe, tropfend auf die Suche nach meiner Spülung zu gehen, oder mit viel Geduld und unter beträchtlichen Verlusten meine Haare nach dem Duschen zu entwirren.

Auch verschwinden dauernd meine Lady-Shaver.
Ich wurde von sündhaft teuren, mit irgendwelchen Gelkissen versehenen Klingen und Schönheit versprechenden Designs angefixt und die Klingen dazu sind wirklich ganz erstaunlich teuer.
Und verdunsten.

Einen Geistesblitz später, habe ich 3 frisch entrümpelte Ablagekörbchen aus dem Büro geholt, die nun einfach nur noch Plastikkörbchen waren.
Jedes legte ich mit einem kleinen Gästehandtuch aus und dann stapelte ich in jedes Körbchen die Dinge aus den Regalen, die den einzelnen sehr einfach zuzuordnen waren.
Der Sohn steht derzeit auf betont maskuline Produkte und alles andere war nun entweder Müll oder gehörte meiner Tochter.

Beide protestierten kurz, als ich sie mit honigsüßer Stimme und holdem Lächeln nötigte, ihre Körbchen in ihre Zimmer zu bringen und künftig zum Duschen mit ins Duschbad zu bringen.
Hinter meinem Rücken haben sie sich bestimmt wieder lebhaft über meine rasant fortschreitende Verblödung, Demenz oder Spießertum ausgetauscht, aber ich war so schlau, mich keinesfalls umzudrehen :)

Ich bin nicht umsonst mit 3 Schwestern aufgewachsen und weiß daher, wie gut der Geschwisterliebe ein klares Feindbild (Mutti!) gelegentlich tut.
Und nach über 18 Jahren Mutterschaft weiß ich auch, dass man nicht gleichzeitig geliebt werden und erziehen kann.
Ich gönnte mir also einen Kaffee, hörte ein wenig Hörbuch und dann war alles wieder gut
und
die Dusche ist sowas von ordentlich!

:)

Dienstag, 2. Oktober 2012

eine Tee-Schublade

Gestern ist mir doch zufällig ein kleiner Durchbruch in Sachen
"Platz in der Küche" gelungen, als ich mich daran machte, wie überlegt,
gezielt meine Vorräte abzukochen.
Ich plante einen Grießauflauf, denn ich hatte gleich 5 Pakete Grieß gekauft.
Nach und nach ... immer mit dem trügerischen "ach, ja, wir haben keinen Grieß mehr im Haus!"-Gefühl.
Aus dem Grießauflauf wurde ein süßer Nudelauflauf, denn ich stellte nicht nur fest, dass jedes einzelne Paket geöffnet, sondern auch noch bewohnt war.
Doof das ...
Ich bin ja noch mit dem "weißt du, wie sich so ein armes hungerndes Negerkind über dein Essen freuen würde!"-Spruch aufgewachsen, wenn ich pappsatt oder schlicht angewidert vor meinem Essen saß.
Und natürlich weiß ich, dass das eine Wort politisch unkorrekt ist, aber meine Omi hat das halt gesagt und nie böse gemeint.
Jedenfalls zucke ich noch heute, wenn ich Lebensmittel wegwerfen muss.
(und meinen Kindern erzähle ich, was für einen miesen ökologischen Fußabdruck das macht, wenn sie ihre Teller nicht leer essen)

5 Pakete Grieß weg und schon war etwas mehr Platz - aber dennoch stand der 1 kg Fussili Sack (Nudeln) noch auf dem Ofen und wollte nicht in das "Nudel, Reis, Grieß, CousCous ..."-Fach passen.

Da fiel mein Blick auf die riesige Schublade, die unsere "Tee-Schublade" ist und endlich grübelte ich mal nach, warum wir eigentlich eine Tee-Schublade haben.
Der Sohn mag keinen Tee, ich bin eine Kaffeetante und die einzige Teetrinkerin bei uns ist mein Töchterlein.
Braucht sie ernsthaft eine ganze, große, tolle Schublade dafür?
Kurz: nö!

Den Sinn der Tee-Schublade hatte ich schlicht nie hinterfragt und entstanden war sie vor 6 Jahren, als wir hier einzogen. Wenn alleinerziehende Freiberufler umziehen, geht einiges etwas "Hauruck" und so habe ich meine Schubladen nicht besonders sinnvoll geplant, sondern einfach den damals vorhandenen Vorräten angepasst.
Da mein Töchterlein mit etwas Babyspeck kämpfte, hatte ich ihr angewöhnt, statt Leckereien in Tees zu schwelgen. Statt Haribo unsinnig viele aromatisierte Tees zu kaufen, mag affig klingen, aber es wirkt.
"Oh, such uns doch lieber einen leckeren Tee aus!", tut einer Kinderseele weniger weh, als ein "nein, ich glaube nicht, dass wir Kekse kaufen sollten", samt vielsagendem Blick ...
(nur so ein Tipp an Mütter, die gerade in dieser Lebensphase stecken ...)

Gestern war ich gleich mit ihr in einem Laden, denn die Dorfbewohner allesamt "schauen und klauen" nennen. Ich vermute, so heißt er gar nicht wirklich, aber dort gibt es "billigen Kram". Havarieware?
Keine Ahnung - aber ich kaufte 2 stabile, schöne Blechdosen - flach, breit, quadratisch, die meine Tochter mit Tee befüllen durfte.
Und diese Dosen stehen nun dekorativ statt des eher weniger dekorativen Nudelsacks auf dem Ofensims.

Mal schauen, ob mir für die "Katzenfutterschublade" auch noch eine Alternative einfällt :)
Dann hätte ich wirklich unglaublich viel mehr Platz als vorher.

Montag, 1. Oktober 2012

das Leben ohne Schandflecken

Ich sitze in meinem Büro und lächle ...
... denn gestern habe ich dem Büro den Rest gegeben
und endlich die lange Arbeitsplatte bzw meine Schreibtischoberfläche entrümpelt.

Im Endeffekt war es erstaunlich wenig Arbeit,
aber ich musste sie wohl eben einmal in einem Rutsch durchziehen, denn wann immer ich eine Stelle der Fläche freigeräumt hatte, krempelte sie umgehend irgendwer wieder zu.
Als wenn man ein Loch in trockenen Sand buddelt.

Wenn ich mich so umschaue, ist es bei uns nun gleichmäßig unordentlich und ich kann wieder damit anfangen, mir täglich ein machbares Projekt vorzunehmen.
Neben meinem Job, meinen Mutterpflichen und dem restlichen Haushalt wohlgemerkt -
ist ja nicht so, als hätte ich nicht auch so ein ausgefülltes Leben.

Aber es ist so eine Erleichterung - ich habe eine regelrechte Hochstimmung - dass es nun keine wirklich üblen Schlampen-Ecken mehr habe.
Wobei ich mir ja zu Gute halten muss, dass ich von heute auf morgen 6 Regale eingebüßt hatte und die Entscheidung, diese Stellfläche künftig einzusparen auch ein heftiger Kraftakt war.

Jetzt haben wir zwar Unmengen Kram aussortiert, weggeworfen, weggeben etc - und haben im Endeffekt aber mehr als zuvor.
Beim Wühlen waren mir mehrere Bilder in die Hand gefallen, die ich zwischenzeitlich habe rahmen lassen, weil sie so gut hier rein passen.
Bilder richtig rahmen zu lassen, ist erstaunlich teuer, aber ebenso erstaunlich schön und etwas für die Ewigkeit.
Es macht ein Kinderbild, ein Foto, ein Stickbild etc zu etwas ganz besonderem, wenn es gerahmt ist und nicht nur in einen leidlich passenden Rahmen gesteckt wird.

Gerade grüble ich, ob ich damit nicht gegen meinen Konsumverzicht "verstoße", zucke dann aber einfach mit den Achseln, da ich die Anschaffung eines Rahmens nicht als "mehr Krempel" sehe.

3/4 meines Entrümplungsjahres sind nun um.
Ja, das fühlt sich gut an.
Ich habe einen Überblick über unsere "Habe" bekommen und sehr viel Ballast abgeworfen. Nicht nur Dinge, sondern auch Seelenmüll.
Immer und immer wieder merkt man, dass man vieles hat, das man nicht genauer sichten möchte, weil man sich nicht nur den Sachen stellt, sondern auch den Teilen der Vergangenheit, die man meinte besser verdrängen zu müssen.
Teilweise war das erst schmerzlich und es konnte sein, dass allein das Vorhandensein eines Ordners oder einiger Sachen das Entrümpeln übelst ins Stocken brachte, weil man sich erst einmal wieder beruhigen musste.
Aufgewirbeltes sich wieder legen musste - oder man einfach vor einem grüblerischen "Wohnin damit?" stand.

Leider fehlt mir das Talent für philosophische Worte,
aber ich erlebe sehr intensiv, dass ich viel mehr Freizeit habe, je weniger Kram ich habe. Wie das zusammen hängt, ist mir schleierhaft!

Dem Büro werde ich nun erst einmal den Rücken kehren.
Die Herbstferien stehen vor der Tür und ich werde viel unterwegs sein.
Und dann gilt es all die klammheimlich wieder zugestellten Flächen hier aufzuräumen.
Da sehr viele Lebensmittel-Vorräte auf den Ofen gewandert sind, weil die Schränke voll sind, schwebt mir ein gezieltes "Abkochen" der Schrankinhalte vor.

Hach, wie sagte Scarlett so schön?
I can't think about that right now. If I do, I'll go crazy. I'll think about that tomorrow.

Samstag, 29. September 2012

Kühlschranktüren entrümpeln

Eine kleine Entrümplungsaktion zwischendurch:

jeder hat irgendwo eine Ecke mit
witzigen Karten
wichtigen Adressen
interessanten Flyern
Notizen

Bei uns ist da mit vielen Kühlschrankmagneten die Kühlschranktür.
Alle paar Monate ist der Kühlschrank dann unter einer dicken Papierschicht verschwunden und auch die witzigen Magneten und Karten sind nicht mehr einzeln zu erkennen.
Die Kühlschranktüren müssen immer vorsichtiger geöffnet und geschlossen werden, um die überlasteten Magneten nicht zu überfordern ...
... und schon ist es Zeit, alles mal anzuschauen:

bringen Dich die witzigen Karten noch zum Lachen?
"Schatz, sag was Schmutziges" "Küche!"
Nö?
Altpapier

sind die Adressen/Visitenkarten noch wichtig?
Nö?
Altpapier!

sind die Flyer noch aktuell?
Nö?
Altpapier!

weißt Du noch, was die kryptischen Notizen bedeuten sollten?
Nö?
Altpapier!

und so weiter ...
... und jetzt haben wir wieder einen stylishen Edelstahl-Kühlschrank
... hm, dessen Türen ich dringend mal putzen sollte.

Ah, Selbstgemaltes und Basteleien der lieben Kleinen haben natürlich längere Schonfristen und wandern dann in die Erinnerungskiste auf dem Dachboden oder die Erinnerungskiste draußen vor dem Haus (die wöchentlich geleert wird ;-)

Freitag, 14. September 2012

Facebook aufräumen ...

Gestern habe ich nur ein wenig mein Facebook entrümpelt.
Anlass war ein Artikel, dass Facebook ohne seine Nutzer zu informieren deren Email-Angaben geändert hatte.
Dort wo zuvor noch meine Hausfrauenseiten-Emailadresse stand, befand sich nun tatsächlich eine Facebook-Emailadresse.
Das habe ich natürlich flugs zurückgeändert, denn wenn mir jemand eine Mail schickt, möchte ich nicht, dass Facebook die auch noch irgendwo abspeichert.

Genaueres findet Ihr in dem Heise-Artikel

Und wo ich doch beim Aufräumen war, bin ich gleich noch beherzt zum Punkt
Anwendungen
gegangen und habe die ärgsten Zeiträuber schlicht und ergreifend komplett gelöscht.
Seid Ihr auch anfällig für dusslige Zynga-Spiele?
Wenn immer ich merke, dass ich sie nicht nur spiele, wenn ich gerade Langeweile habe, sondern spiele statt irgendwas zu tun, was ich tun sollte, lösche ich.
Lustig ist, dass ich danach auch umgehend "geheilt" bin.
Fühlte ich zuvor noch den seltsamen Drang, unbedingt
Felder abzuernten
Pizza vom Ofen zu holen
Fische zu füttern
Bingo zu spielen
Häuser zu bauen
kleine Monster zu füttern
Vampire zu töten ...

... ist das unmittelbar nach dem Löschen gegessen.
Und ich habe gleich wieder mehr Zeit.

Jaja, lacht nur, dass ich für den Quatsch überhaupt anfällig bin :)

Danach bin ich noch meine Freundesliste durchgegangen.
Dank Facebook hat die Umschreibung
entfernte Freunde
gleich eine ganz neue Bedeutung bekommen.

Man soll es nicht glauben, aber ich habe ein Privatleben.
In diesem bin ich zu Reibungen, Intimitäten, Streit und Unruhe bereit.
Bei Facebook nicht.
Facebook darf entweder spannend, informativ, lustig oder nettes Oberflächengeplänkel sein - aber sobald es juckt, lösche ich auch dort.

ZB habe ich beide Kinder von der Freundesliste geschmissen, denn sie nervt, wenn ich mitlese oder gar kommentiere und mich nervt, wenn sie mitlesen oder gar kommentieren.
:)
So lange die beiden hier wohnen, sind wir keine Freunde.
Ich bin hier die doofe Sklaventreiberin, die den Laden am Laufen und die Kinder am Lernen, Helfen und Duschen halten muss.
Sobald die beiden das Nest verlassen, schicke ich ihnen umgehend Freundschaftsanträge für Facebook.
Als mein Töchterlein in Australien war, hat das auch Spaß gemacht.
Aber hier eben nicht.

Gelegentlich möchte man einfach mal ein "Kinder!" von sich geben können oder evtl. auch ein "Mütter!" ohne dass der Betroffene mehr oder weniger berechtigte Gegenargumente äußern kann.
Jawohl :)

Wobei ich aber Leute nicht wirklich verstehen kann, die ihr Facebook-Profil öffentlich haben und Gott und der Welt mitteilen, dass der Gatte schon wieder gesoffen hat oder so ...

Bei einer Bekannten erzählte eine noch entferntere Bekannte letztens von einem Wahnsinns-Streit, der via Facebook ausgetragen wurde.
Meine Bekannte fragte "hast du nicht auch Facebook", was ich umgehend mit einem "ach, ich habe mich da irgendwann mal angemeldet und nutze es aber nie!" beantwortete, da ich um keinen Preis in solche "Privatstreitereien über 3 Banden"-Strudel involviert werden möchte.

Natürlich könnte man Facebook auch komplett löschen.
Aber für Leute, die daheim arbeiten, ersetzt fröhliches Facebook-Geplänkel das fehlende Kollegen-Geplänkel ganz prima.
Und anders als damals im Großraumbüro, kann man Tussen, die umgehend über Zugluft klagen und zu hüsteln beginnen, sobald man mal lüften möchte, mit einem beherzten Klick aus seinem virtuellen Büro schubsen :)

Mittwoch, 12. September 2012

Gartenpolster eingemottet

Heute habe ich den Sommer aufgegeben und unsere sämtlichen Sitzauflagen und Polster für die Gartenmöbel eingemottet.
Naja, fast alle - die Hollywoodschaukel ist leider noch bestückt und nass.
Da werde ich eine Regenpause nutzen, die Polsterauflage zum Trocknen in die Badewanne zu stellen und das "Sonnendach" zu waschen.
Wegen des Dachs lassen wir die Sitzauflage der Schaukel nämlich immer noch draußen, denn bei leichteren Schauern bleibt es trocken.

Bye Bye Sommer 2012, der Du uns wieder viel über Regen gelehrt hast ...
Ich glaube, es liegt an Sommern wie diesen, dass mich in Wasser umgerechnete Ökobilanzen einzelner Produkte irgendwie kalt lassen.
Was natürlich kurzsichtig gedacht ist, ich weiß.

Als nächstes habe ich den Bürostuhl freigeräumt, auf dem immerhin 9 Ordner gestapelt waren, die jetzt ordentlich im Schrank stehen.

Der Abfallhof hatte mich letzte Woche in meiner Entrümplungsfreude wieder mal ausgebremst, indem sie zu wiederholten Male den Tauschcontainer geschlossen haben und dem maulfaulen Angestellten keine Aussage zu entlocken war, ob das nun ein dauerhafter Zustand sei oder die Schließung nur für diesen Tag vorgenommen wurde.
Dass die Leute hier im Norden weniger reden, ist ja meist recht charmant, wird aber im Abfallhof doch etwas übertrieben.
Die Fachkräfte dort haben sich irgendwann angewöhnt, Besucher mit "dää!" und augestrecktem Zeigefinger zum passenden Container zu lenken.
Als ich letzte Woche meine Laken wegbrachte, wurde ich mit "Nää, dää!" von den Containern des Roten Kreuzes gescheucht.
Ich hatte ein latent schlechtes Gewissen, da ich meine Laken mangels großer Tüten in "Wertstoffbeuteln" untergebracht hatte.
Aber das war es nicht, was den Fachkrafterich störte.
Der AWR hat nun wohl eigene Sammelcontainer für Kleidung und diese sollte man nun wohl denen des Roten Kreuzes bevorzugen.

Der Tauschcontainer ist zu?!

Bleibt der zu oder ist er nur heute geschlossen?

Nur heute?

Dauerhauft?


*seufz*

Noch fahre ich die Seidenmal-Bücher im Auto spazieren und gucke, ob der Container irgendwann wieder öffnet, ansonsten sammle ich hier wieder, bis die Fahrt zu dem Möbellager hier vor Ort lohnt, wo man auch Bücher und überhaupt alles abgeben kann, das andere nötiger brauchen als man selbst.

Dienstag, 4. September 2012

die Enkelchen

Heute habe ich zuerst einmal unsere Laken gesichtet und den Bodensatz, den keiner von uns freiwillig auf die Matratze zieht, entsorgt.
bzw zur Entsorgung bereit gelegt.
Nachher muss ich aufpassen, dass ich nicht versehentlich ein großes schwarzes Laken entsorge ...

Als nächstes wühlte ich mich durch 3 Kisten meines Sohnes, die aber leidlich sortiert waren. Irgendwelche Sammelkarten in dem einen Karton, aus dem ich lediglich eine fast leere Colaflasche nehmen musste, damit wirklich nur noch Sammelkarten darin waren.
Die Flasche muss dort schon ein paar Jahre verbracht haben, denn in den letzten Jahren habe ich meinen Cola-Widerstand aufgegeben und Oliver musste sie gar nicht mehr verstecken. Ich verdiene seither ganz gut am Pfand seiner leeren Flaschen ...

In einer anderen Kiste waren all die Spielsachen, die man als Beilage zu Comics oder in den Fastfood-Läden bekommt. Die habe ich spaßeshalber auf "irgendwie nett" und "Schrott" sortiert und den Schrott entsorgt.
Den Rest habe ich aufgehoben, da ich mich erinnere, wie gerne ich als kleines Kind mit Tieren spielte, die es mal bei Bärenmarke dazu gab. Oder sonstiges Kleinzeugs in den Schatzkisten der Verwandtschaft.
Prompt wurde mir errötend bewusst, wen ich da eigentlich in Olivers Schätzen wühlen sah ... schon klar, nicht wahr?
Enkelchen ...
Hölle, ich bin doch erst 45 und beide Kinder verleugnen jeglichen Kinderwunsch ... und ich treffe insgeheim lustige Enkelchen-Vorbereitungen.
Erwischt Ihr Euch gelegentlich auch bei so etwas?

Im Büro war ein Turm aus 3 Bastelkisten von mir dran, die auch allesamt gut sortiert waren. Ich entschloss, mich komplett von meinen Anleitungen zur Seidenmalerei zu trennen. Der Stapel liegt bereit für den Tauschcontainer.

Auf dem Dachboden entdeckte ich unter der zuletzt geleerten Bücherkiste eine ... Bücherkiste.
Toll.
Mittlerweile habe ich nun wieder 4 Stapel mir unbekannt erscheinender Bücher in meinem Schlafzimmer. Eines nachts haben mich diese Stapel auch schon besucht, da mein dussliger Kater sie aus dem Gleichgewicht gebracht hatte.
Damit war ich glückloser Anwärter auf den Darwin-Arward, denke ich mal.
Kam aber mit einer Beule davon.

Wenn ich nach erfolgreich entrümpeltem Schlagzeugzimmer wieder bei meinem Schlafzimmer anfange, schleppe ich vermutlich als erstes alle Bücher wieder auf den Dachboden, da diese Stapel eben nicht ganz comme il faut sind.
(ja, ich kann auch vornehm :)

Aber bis dahin staple ich neben meinem Bett und präge mir:
ich brauche keine neuen Bücher!
gleich neben
ich brauche keine neue Wolle!
ein.


Freitag, 31. August 2012

Ach ja, der Dekokram ...

Die Tageskiste aus dem Schlagzeugzimmer heute war schnell geschafft, denn es war wohl "Bastelmaterial", was sich darin befand.
Bis auf eine Rolle Toilettepapier?! und ein wunderschönes Bild, landete alles andere im Altpapier, da es sich ausschließlich um Geschenkpapierreste und ähnliches handelte.
Das Bild finde ich so witzig, dass ich es rahmen lassen werde.



Die Dachbodenkiste war ein gut gefüllter Wäschekorb.
Ach, ich hatte 3 große Wäschekörbe? Cool!
Bzw - künftig werde ich also wieder frisch gewaschene Wäsche horten und mich ums Wegräumen drücken können.
Mal schauen, ob es nicht irgendwann sinnvoll sein wird, 1-2 Wäschekörbe zu entsorgen um eine gewisse Wäschewegräum-Disziplin zu erzwingen ...
Als ich mir die Schätze in dem Korb näher ansah, musste ich kichern:
unser Deko-Kram
und keiner hat ihn je vermisst ...
Als ich vor ca 1,5 Jahren hier alles frisch gestrichen habe, sammelten wir vorher alles ein, legten es in den Korb und verstauten es "kurz und vorrübergehend" auf dem Dachboden.

Ich verbrachte nun den größten Teil des Vormittags damit, alles wieder bunt zu verstreuen, wobei ich dann aber doch das eine oder andere ganz entsorgen konnte, das "damals" sozusagen tagesaktuell nett und witzig war, jetzt aber keinen Tagesbezug mehr hat ... oder so.

Schnell geschrieben, aber langwierig entstaubt und dekoriert.

Im Büro war der erste "unter Arbeitsplatte"-Stapel dran, der aber aus leidlich gut sortiertem Bastelmaterial bestand. Ich trennte mich von viel Papierkram und behielt aber eine Kiste komplett, in der alles wunderbar sortiert und in beschriftete Dosen sortiert ist. Ich gedenke sie für Mistwetter in der Nähe zu behalten, denn hin und wieder stöbert man ja ganz gerne in Bastelkram und lässt sich inspirieren.


Donnerstag, 30. August 2012

Wiedersehen mit dem Gewehr

Heute habe ich noch ein paar Sonderschichten einlegen müssen um meinen Entrümplungs-Dreisprung durchziehen zu können.
Ich begann wieder in dem Schrank im Schlagzeugzimmer und wühlte mich durch ziemlich viel Papier, das ich nicht mal eben zu Altpapier erklären und entsorgen konnte, denn es waren Gemälde meines Sohnes und ich verbrachte viel Zeit damit zu grübeln, wann er das wohl gemalt hatte und was es sein sollte.
Ziemlich viele Dinos.
Mein Sohn war immer eher ein Aktionskünstler, der ganze Romane malte, die man natürlich nur verstehen konnte, wenn man ihm beim Malen zusah.
Der Held betritt das Blatt Papier und geht hier lang, dann kämpft er dort, dann kommt er in einen Wald - insgesamt waren diese Bilder immer Rundwege/Episoden eines Heldenepos in dem viel gekämpft wurde, wobei der Held Tiere immer rettete und sich mit ihnen anfreundete, auch wenn sie ihn erst angriffen.
Die Bilder ähneln alle Schatzkarten.
Es gibt auch klassische Bilder mit Haus und Sonne drüber oder so - aber richtig ausgelebt hat er sich in seinen skizzierten Geschichten.
Ich habe sehr viel in eine Mappe gepackt und aufgehoben.

Manchmal kostet das Entrümpeln einen auch viel Kraft, statt immer nur befreiend und lebensbejahend zu wirken. In Momenten zB, in dem man zwischen all den Bildern eine Postkarte findet. Die Karte hatte uns Oliver zusammen mit seinem Opa geschrieben, der leider nicht mehr lebt.
Dann steht man da und ist von jetzt auf gleich nicht mehr liebevoll lächelnde Mutti, sondern Halbwaise. Ein armes, vaterloses Etwas mit erhöhtem Kaffebedarf.

Drei Blätter weiter wird man vom glücklichen Single zu der Frau, die eine glückliche Familie gesprengt und den Kindern den Vater genommen hat. Da kann man sich mit dem Ex noch so gut verstehen. Eine Scheidung ist immer der handfeste Beleg eines gescheiterten Traumes.
Im Kram zu wühlen, bringt unverhofft den einen oder anderen kleinen Zeitzeugen ans Licht und es tut gut, wenn man direkt nach dem Entrümpeln erst einmal eine Runde mit den Hunden in den Wald geht oder seine Seele sonst wie lüftet und die Gespenster unter dem Bett des Gewissens verjagt.

Unter all dem Papier verborgen, finde ich dann "das Gewehr" und muss lachen.
Das Gewehr markierte bei mir sehr schön den Unterschied zwischen theoretischer und praktischer Mutterschaft.
Wir waren in einem großen Karnevalsgeschäft in Köln um Michaela ein Kostüm zu kaufen, was damals nicht einfach war, da sie sehr genaue Vorstellungen hatte.
Wenn ich mich recht erinnere, wollte sie wie eine magersüchtige Bauchtänzerin aussehen. Da der Karneval in eher kalten Tagen gefeiert wird, wollte sie mehr Haut zeigen, als gesund war und auch sehr viel mehr Taille, als an ihrem Kinderkörper vorhanden war.
Wir waren also sehr gut beschäftigt, als plötzlich Oliver mit einem riesigen Gewehr vor mir stand.
"Kaufst du mir das?"
Schallend lachend, schlug ich ihm das aus dem Kopf.
Eher friert die Hölle zu, als dass ich ein Spielzeuggewehr, Kriegsspielzeug oder einen echten Panzer kaufe.
Naja, immerhin haben wir bis heute keinen echten Panzer gekauft.
Oliver - damals etwa 7 Jahre alt - schlich sich und wir probierten weiter Kostüme an.
Später - viel später - stand Oliver wieder vor mir.
Nun kreidebleich mit tiefen, dunklen Rändern um die Augen - mit beiden Armen das Gewehr an sich drückend.
Ich weiß bis heute nicht, wie er das mit der Blässe und den dunkel geränderten Augen immer hinbekommt, aber es macht jedes mal tiefen Eindruck auf mich.
Ein zweites Mal mit dem Gewehr aufzukreuzen, kostete ihn sichtlich viel Mut und ich begriff, dass dieses Gewehr wohl wichtig war.

Ich lästere gerne über Mütter, die ihren Kindern bei einem Schulfest mit einem "wir sind Vegetarier" ein Tofu-Würstchen in die enttäuschten Hände drücken und begriff, dass "wir" evtl. auch nicht alle Pazifisten waren.

Ich lachte und stellte eine absurd lange Liste an Bedingungen auf, die Oliver alle, alle, alle akzeptierte.
Nicht auf uns zielen, nicht auf unsere Haustiere, Nachbarn oder überhaupt jemanden zielen ... etc.
Ansonsten würde ich das Gewehr umgehend verbrennen.
Jawohl.
Das führte dazu, dass ich das Gewehr in den folgenden Jahren selten sah.
Und es soeben in seine Erinnerungskiste räumte.
Schmunzelnd.
Denn nach einem mütterlichen "Nein", hat er es noch öfter geschafft, ein Thema - mit neuen Argumenten und nach etwas Zeit, noch einmal auf den Tisch zu bringen.
So gesehen war es wohl richtig und wichtig, dieses schreckliche Ding zu kaufen.

Danach nahm ich eine Riesenkiste vom Dachboden mit herunter und packte den Inhalt in eine kleinere Kiste um. Das war schnell gemacht.
Da dort mein Sohn seine Rennbahn verstaut hatte und sie seither nicht mehr benutzt hatte, habe ich die kleinere Kiste nun etwas sichtbarer auf einen Schrank im Schlagzeugzimmer gestellt.
Bei schlechtem Wetter könnte man die Rennbahn ja doch mal wieder aufbauen.

Das war so trügerisch schnell erledigt, dass ich frohgemut ins Büro stapfte und begriff, dass der "Werkzeugschrank" dran war.
Boah ... das hat gedauert.
Ich habe erst - wie geplant - ein Regal auf dem Dachboden dazu ausgeräumt und dann das Werkzeug sortiert.
Alles was ich nicht kannte und was auch in keinem beschrifteten Behältnis war, habe ich nun schlicht entsorgt, denn sollte ich es je brauchen wüsste ich eh nicht, dass ich es habe.

Beim Räumen entdeckte ich zu meiner Schande noch eine Kiste mit Büchern - lacht mal - die ich scheinbar alle noch nicht gelesen habe.
Das ist echt dekadent ...

Auf dem Stapel für den Tauschcontainer sind nun 2 Bücher, die ich definitiv auch nicht lesen möchte, eine sehr uncoole Computertasche ... mittlerweile gibt es Rucksäcke mit Laptop-Fach und immer wenn ich meinen Sohn bitte, seinen Laptop noch zusätzlich in diese Tasche zu packen, guckt er, als hätte ich ihn aufgefordert, ein Kondom anzulegen, bevor er das Haus verlässt.

Zwei original verpackte Ikea-Hängeregaldinger, jede Menge Haken, ein hässliches Kissen und ein kleiner blauer Kinderkleiderbügel.

Ächz

Mittwoch, 29. August 2012

Krempeln am Morgen ...

Ich liebe meinen Sohn
Ich bin ein Morgenmuffel

Das vorab

Der Gott der Stundenpläne hat den Stundenplan meines Sohnes so gestaltet, dass er an zwei Tagen in der Woche erst zur dritten Stunde in der Schule sein muss.
Das heißt, wir können gemeinsam aufstehen.

*heul*

Während ich noch welpenblind in Richtung Wasserkocher tappe um meinen ersten Kaffee des Tages aufzubrühen, sprüht mein Sohn schon vor Leben und Sachwissen.
"Hey, guten Morgen, ich habe gleich Chemie. Neutronen ... Elektronen ... freies Neutron durch Beta-minus-Zerfall in ein Proton ... blaaaaaaaaaa"
sagte er heute Morgen.
glaube ich

Während der Kaffee in die Kanne tropfte, ging ich ins Schlagzeugzimmer, griff nach einer großen, hässlichen Tasche und schleppte sie zum Esstisch.
Dann begann ich auf Autopilot zu entrümpeln.

Mein Sohn stapelt nicht, er stopft Taschen voll, Kisten und Beutel.
Und ich räume sie nun wieder aus :)

Da er nun im 10. Schuljahr ist, konnte ich einen Stapel Hefte aus dem 7. Schuljahr dann gleich mal dem Altpapier zuordnen.
2 Latein-Vokabeltesthefte kamen in seine Erinnerungskiste, denn in beiden Heften befinden sich ausschließlich 0-Fehler-Tests.
Er rechnete flugs aus, was mich all die Einser gekostet hatten, denn da ich kläglich an Latein gescheitert war, hatte ich ihm für jede 1 in einem Test 1 Euro versprochen und in einer Arbeit gar 10,- Euro.
Nicht wissend, dass er den Einsen in Latein eine gewisse Treue halten und mich damit in den Ruin treiben würde.

Ich fand auch eine Tupperdose, die aber zu unserer beider tiefer Freude leer war und kein Biotop beherbergte.

8 Gummi-Armbänder, die mein Sohn umgehend "wegräumte", indem er sie anzog.
Heute Abend fliegen sie also wieder irgendwo herum und morgen kassiere ich sie dann ein und entrümple sie ;-)

Dann fanden wir noch 2 Geburtstagskarten zu seinem 14. Geburtstag.
Die eine von seiner Schwester landete umgehend in der Erinnerungskiste. Sie hatte sie in Australien geschrieben, nachdem sie ihren Bruder fast ein Jahr nicht gesehen hatte.
Ist es nicht ungemein beruhigend, wie abgöttisch sich Geschwister plötzlich lieben können, wenn sie sich nur lang genug nicht gesehen haben und ein paar Kontinente zwischen ihnen liegen?!

Das "Schmankerl" hob ich mir für den Schluss auf:
seine CD-Mappe, in der all seine Computerspiele, DVDs und eben Musik-CDs enthalten waren.
Glücklich jubelnd freute er sich über das Wiedersehen mit seinen Schätzen und räumte die Mappe unverzüglich ordentlich ... auf sein Bett *grübel*

Als ich die Sachen in seine Erinnerungskiste legte, schnappte ich mir gleich einen gelben Wäschekorb vom Dachboden um diesen zu entrümpeln.
Wieder am Esstisch, konnte ich lachen, denn in diesem Korb waren ausschließlich Sachen, die ich hier unten gefunden und auf den Dachboden hatte räumen wollen.
Ich ging also wieder hoch und verteilte die Sachen nun ordentlich an ihre Plätze.

Nächste Station war das Büro - die zweite Fensterbank ist nun wieder eine Fensterbank und die dort vorher befindlichen Stapel - reine Kochbücherstapel - stehen nun in einem Schrank im Schlagzeugzimmer.

Für heute habe ich fertig :)

Dienstag, 28. August 2012

Neue Batterien für die Taschenlampen

Heute habe ich unsere 3 Taschenlampen mit neuen Batterien bestückt.
Vielleicht eine Anregung auch für Euch?

Ansonsten war ich wieder mal unglaublich fleißig ...
Lacht ruhig, aber ich bin noch immer dabei, das Büro auszuräumen.
Nun sind zwar keine Regale mehr drin, aber dafür gibt es noch einen riesigen Schreibtisch, dessen Arbeitsplatte ebenso unsichtbar unter irgendwelchen Stapeln verschwunden ist, wie die Fensterbänke.
Die erste Fensterbank ist nun wieder leer.

In unserem "Schlagzeugzimmer" habe ich dafür eine von den Spielkisten meines Sohnes sortiert und dabei seine Murmelbahn liebevoll in einen passenden Karton sortiert, etwas Playmobil in die riesige - noch zu sortierende - Playmobilkiste getan und ein paar Domino- und Halmasteine in die große Spielesammlung sortiert.
Den restlichen Bodensatz aus der Kiste konnte ich dann entsorgen.

Damit der Dachboden nicht still und heimlich wieder zumüllt, habe ich auch eine Kiste vom Dachboden geholt und -wieder- sortiert.
Es war eine Kiste voller Wolle oder fast fertiger Handarbeiten.
Sachen, die ich wohl erst letzten Herbst in genau diese Kiste gepackt hatte.
Nun habe ich 3 Beutel daraus wieder in mein Schlafzimmer gestopft, weil ich die Wolle darin "ganz bald" verarbeiten werde - ganz bestimmt :)
Aber eine große Tüte voller Knäule wandert gleich mit zum Tauschcontainer.
Wolle, die ich definitiv nicht mehr verarbeiten möchte.
Wenn ich das nächste Mal das Schlafzimmer entrümple, wandert die Wolle sicher wieder in eine Kiste auf den Dachboden ... aber evtl. kann ich mich dann wieder von irgendwas trennen.
Einen Nutzen hat die Aktion auf jeden Fall:
ich weiß immer gewisser, dass ich wirklich, wirklich keine neue Wolle kaufen brauche.

Gestern hatte ich noch 3 große Kisten aus dem Schlagzeugzimmer in die Gemächer meiner Tochter getragen. Darin hat sie ihr Projekt für Kunst.
Eine Kiste mit Projekt, 2 Kisten mit Arbeitsmaterial für das Projekt.
So ein noch nicht entrümpelter Raum, verlockt die restlichen Bewohner, mir dort immer und immer wieder Kram hinzustellen, den ich dort mit großer Geduld wieder rausräume.

Außerdem habe ich 2 unserer Garderoben abgeräumt.
Nach und nach hängen wir dort all unsere Jacken hin und wenn Gäste kommen, ist kein Platz mehr an den Haken ...

Genug geräumt für heute :)

Montag, 27. August 2012

Anny Nagellacke ...

Heute Morgen war ich schon fleißig und habe erst nach dem Wäschefalten die Restsocken gesichtet und den Bodensatz aus hartnäckigen Singles in den Müll geräumt.
Dann habe ich nach dem Ausräumen der Spülmaschine 8 Gläser entsorgt, die lediglich den Gläserschrank überfüllen und die aber eh keiner benutzt.
Hauptsächlich Senfgläser, die praktisch waren, so lange die Kinder noch klein waren.

Jetzt sitze ich mit 4 klumpig lackierten Nägeln da und trenne mich auch noch von
"never can say good-bye" der Nummer 465 eines Anny Lacks, der sich in meinen Augen viel zu schnell in seinem Fläschlein in eine Art Knetmasse verwandelt hat.
So alt ist der Lack noch nicht.
Die Marke werde ich künftig meiden, was gar nicht so leicht fällt, da sie ja ausgesprochen geschickt dekoriert werden, wunderschöne Farben, erträgliche Preise und witzige Namen hat.

Samstag habe ich meinen Sohn motivieren können, mir beim Abtransport der rotten Büroregale zu helfen. Da mir der Tischler leider nie die Rechnung über die Regale zukommen ließ, ist nun auch endgültig die Frage vom Tisch, ob ich den Schaden nun über die Hausratversicherung laufen lasse oder nicht.
Dazu hätte ich den schimmeligen Kram bis zum Abschluss des Versicherungsfalls noch aufbewahren müssen.
Hach, man muss auch loslassen können ...
Ich glaube, noch drei Anrufe bei dem Tischler, nochmaliger Kontakt mit der Versicherungstante, weitere Aufbewahrung des schimmeligen Krams, wiegen schwerer, als der Betrag, den ich da evtl. bekommen hätte - wobei in den Sternen steht, ob es überhaupt zu einer Erstattung gekommen wäre, oder die Herrschaften auch noch ein Kaninchen aus dem Zylinder zaubern, so wie die Gebäudeversicherung es mit dem "Reinigungs- und Planschwasser" tat.
Mein Verdacht, dass sich die Versicherungen eine goldene Nase an den Versicherungs eigenen Leckortungsunternehmen verdienen, deren Mahnabteilung personell deutlich besser besetzt scheint, als ihre Telefonzentrale, hat sich sehr fest zementiert und ich bin froh, dass ich mir die Wahl meiner Handwerker nicht von ihnen diktieren ließ.
Sonst hätte ich die überhöhte Rechnung dieses Unternehmens noch zusätzlich zum Wasserschaden am Hals gehabt.

Sobald man sich mit einem Schaden an eine Versicherung wendet, gibt man wohl automatisch ein Viertelpfund Würde und Lebensfreude am Eingang ab.
Was für ein absurder Gedanke, dass man den schimmeligen Kram aufheben soll, damit die Versicherung den Kram anschauen kann. Fotos reichen da nicht aus.
Nach diesem Erlebnis fühle ich mich nur noch mehr in meiner Entscheidung gestärkt, nicht mehr als das Allernötigste zu versichern und lieber im Hintergrund selbst Mittel für kleinere Notfälle zu horten.

Ah, ich merke gerade:
wenn ich daran denke, regt es mich wieder auf
Also ziehe ich jetzt einen fetten Schlussstrich unter die Angelegenheit

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Mittwoch, 22. August 2012

das Übliche

Heute beschränkte sich mein Entrümpeln darauf,
die verbliebenen Altkleider meines Sohnes nun einmal genauer auf
"Ebay oder Kleidersack"
zu prüfen und alles für den Kleidersack zusammen mit Altpapier, Altglas und ein wenig Treibgut für den Tauschcontainer ins Auto zu räumen um es dann gleich vor der Hunderunde zu entsorgen.
Im Treibgut befinden sich 2 noch original verpackte Nachtlichter von Tschibo, die ich im Endeffekt also niemals irgendwo angebracht habe.
Merke:
ich neig(t)e zum Tschibo-Kaufen und verpackt verstauben lassen,
denn da war doch auch noch das Folienschweißgerät und der unbegabte Donutmaker.

Für mein Büro habe ich neue, total grandiose Pläne, die ich am Wochenende umsetzen werde.

Ich sage nicht, an welchem Wochenende ...

Montag, 20. August 2012

Ein Fach am Tag ...

In den letzten Tagen habe ich trotz Besuchs mein Entrümplungspensum weiterhin geschafft.
Wenn man einmal anfängt, wird es wirklich immer leichter.

Einen Tag haben mein Sohn und ich seinen Kleiderschrank entrümpelt.
Ich saß gemütlich mit Kaffee dabei und mein Sohn probierte sich durch all die zu klein gewordenen Sachen, die wir danach dann zu einem Berg auftürmten.
Das, was wieder in den Schrank kam, war bedeutend weniger.
Meine weise Vorraussicht, mit der ich die Winterjacken eine Größe zu groß gekauft hatte, rettete uns nicht, da er auch aus der zu großen Größe locker rausgewachsen ist.
Hach ja, und das wo die Pubertät doch DIE Zeit der Markenklamotten ist ...
Da ich selber bis heute noch unter dem Trauma leide, die Kleidung meiner deutlich größeren und vor allem deutlich älteren Schwestern auftragen zu müssen, bin ich durchaus einsichtig, dass Markenklamotten "wichtig" sind.
Ich war in den 80ern die einzige Schülerin auf der Schule, die kanariengelbe Hemden mit langen, spitzen Krägen hatte.
Mich schaudert noch heute, wenn ich 70er Kram sehe und nichts in diesem Leben hat mich dem "wieder in" auch nur eine Sekunde lang folgen lassen.
Besonders gruselig waren die bestickten Samtkleider, die 2 Schwestern hatten.
Die eine in hellblau, die andere in zartlila - mit kleinen Röschen bestickt.
Diese Kleider passten ihnen wohl mit ca 9 und 11 Jahren und mir mit 14.
Demütigend ist gar kein Ausdruck.
Kaum hatte ich das zartlila Ungetüm mit einem versehentlichen Sturz vom Fahrrad geschafft, tröstete mich meine Mutter, dass ich ja jetzt in das hellblaue passen würde und ich musste es ernsthaft bei einem Verwandtschaftsbesuch tragen.
Vielleicht würde mich diese Fähigkeit heute freuen, aber mit 14 wie eine niedliche 10jährige auszusehen, macht wenig Spaß, wenn attraktive Knaben um die 16 anwesend sind.

Verinnerlicht?
Ja?
Gut ...

Dann versteht Ihr sicher meine Freude, mit der ich am Samstag in einem schließenden Schuhgeschäft in Itzehoe ein Paar Vans in der zarten Kinderfußgröße 45 für nur 25,- Euro erbeutet habe.
Der Vorteil an Itzehoe ist, dass dort dauernd irgendwelche Geschäfte aufgeben müssen - zugleich ist das auch der Nachteil an Itzehoe.
Noch einer ist, dass meine Freunde und Bekannte sich hier regelmäßig krümelig lachen, wenn ich Itzehoe sage, da ich wohl die falschen Silben betone.
Engländer/Amis etc. liegen eh auf dem Boden, wenn man Itzehoe sagt - sofern sie auch noch die Art Humor haben, die sie kiloweise "Muckefuck" kaufen lassen und bei "Gute Fahrt!" kichern lässt.
Yeah, good fart!

Ok, das war der Kleiderschrank - jetzt habe ich wieder einen Ebay-Stapel, denn einiges von den Sachen lässt sich sicherlich zu einem Kleiderpaket zusammenpacken.
Zuvor haben meine Tochter und eine Nichte den Stapel nach "Boyfriend-Klamotten" durchgesucht.
Irgendwann begriff ich, dass sie keine Klamotten für ihre Freunde suchten, sondern es so benannt wird, wenn man Jungsklamotten (gerne einen Tick zu groß) trägt.

Das weitere Aufräumen im Hauswirtschaftsschrank ergab wahre Gebirge an Pflastern.
Einige mit sehr putzigen Motiven.
Schade, dass ich die jetzt finde, denn meine Kinder sind aus dem Alter der aufgeschlagenen Knie nun doch raus. Aber vielleicht komme ich ja doch noch dazu, meinem Sohn einen niedlichen Marienkäfer aufs Knie zu kleben :)

Auch fand ich eine Tupperdose mit Seife - viel Seife.
Die habe ich umgehend entsorgt - obwohl sie sehr schöne Farben, Formen und Duft hatte - immerhin hatte ich diese Seife in einem Kurs mal selbst gemacht.
Da irgendeine ätzende Lauge benutzt wurde (hm, ätzen Laugen?) (egal, da kam irgendwas rein, was ich nicht zuhause haben möchte) verwarf ich den Gedanken, dies als nettes Hobby zu etablieren.
Jetzt kommt noch bestärkend hinzu:
ich benutze gar keine Seife.
Nur noch Flüssigseifenspender, da Kinderlein gar schaurige Sachen mit putzigen Seifestücken tun können.
Sie benutzen sie, legen sie wieder hin und schon ist das ganze Bad verwüstet.
Ich weiß nicht, wie Kinder das hinbekommen.
Aber genau so ist es.

Interessant war die Entwicklung der leeren Fächer im Schrank.
Heute räume ich ein Fach leer und am nächsten Tag stehen dort all die Sachen, die mein Nachwuchs gerade bei Ebay verkaufen will.
Ich räume diese Sachen hilfsbereit ins Zimmer des Nachwuchses und finde am nächsten Tag gleich zweimal das regionale Telefonbuch und die gelben Seiten dort.
Beides habe ich in den letzten 6 Jahren hier noch niemals gebraucht.
Andererseits war es so unendlich lieb vom Nachwuchs, es mir hierhin zu schleppen.
Es macht mich aber ähnlich glücklich, wie die toten Mäuse, die mir die Katzen gelegentlich verehren.
Die toten Mäuse übernehmen neuerdings die Hühner - die Telefonbücher vermutlich eher nicht.
Ich werde sie nachher heimlich in den Supermarkt zurückbringen, wo man sie derzeit gratis mitnehmen darf.

Hach ja, und so geht das hier immer weiter - ich muss nur einfach schneller räumen,
als Kinder, Katzen, Hunde und Hühner es wieder zubuddeln ...

Donnerstag, 9. August 2012

Kinder und Ordnung

Gut, meine Kinder mögen nicht die ordentlichsten der Welt sein,
aber immerhin sind sie verständig (die einen) und geschickt (die anderen).

Mein Sohn zB kam nach der Schule nach hause und las erst einmal meine Aufräum-Botschaft, die gut sichtbar an seiner Tür klebte, händigte mir dann kommentarlos sein Handy aus und fragte, was ich denn Leckeres gekocht hätte.

Mit "Zuckerbrot" und Peitsche arbeitend, hatte ich einen
Dosenravioli-Auflauf gemacht.
Er liebt Mais, er liebt Ravioli und er liebt alles, das keine sichtbaren Vitamine in sich birgt.
Teenager müssen sich ja von ihren Eltern so langsam mal abnabeln und abgrenzen und mein Sohn wählt unter anderem das Feld der Ernährung, möglichst nicht meiner Meinung zu sein.
Daher bitte her mit Energydrinks und Chemie und alles bitte möglichst noch fritieren.
Haha - da ich irgendwo links angehaucht bin, plant er derzeit auch eine Karriere bei der Bundeswehr, was mich aber eher grinsen lässt, da ich weniger an den Aspekt des Schießens, als vielmehr die geforderte Ordnung sehe und ihm eher noch zurede ... leise grinsend.

Egal
Die Sache mit dem "Räum auf!" (!!!) Brief an seiner Tür,
war ein voller Erfolg für uns beide.
Weder musste ich uns beiden den Tag mit Geschimpfe versauen,
noch den Punkt komplett fallenlassen.
Niemand schätzt es, nach hause zu kommen und eine zeternde Mutter vorzufinden.
Dass Mütter das Gezeter auch nicht schätzen und lieber die liebevolle Toffeefee-Mutti gäben, steht dabei auf einem anderen Blatt, bzw wird vom Nachwuchs nicht unbedingt geglaubt.
Da besagter Nachwuchs heute aber verabredet war UND seinen bereits vorher einkassierten Laptop brauchte, hat er nach der mittäglichen Stärkung aufgeräumt.
Gründlich.
Ok, zuerst hatte er noch versucht zu verhandeln.
Als er aber merkte, dass ich mit wenig Mühe doch noch auf motzende Mutter umschalten könnte, gab er nach und räumte lieber.
(ich musste nur 2-3 Details der Unordnung erwähnen und empört fragen, wie er sich fühlen würde, wenn die frisch gefaltete Wäsche ... ...
Jaaaaa! Friede! *weiße Fahne*
Toll!
Das mache ich künftig immer so.
War auch gut - bevor ich den Brief ausdruckte, habe ich einen ganzen Schwung Nebensätze, Verallgemeinerungen und Adjektive gestrichen - eine Sache, die man beim Face-2-Face-Motzing nicht so hat ...

Meine Tochter hingegen war so liebenswürdig, mich darauf aufmerksam zu machen, dass ich einfach schon sehr alt bin und evtl. von den aktuellen Richtlinien in Sachen Ordnung einfach keine Ahnung mehr habe.
Sozusagen die Ordnung hinter ihrer Unordnung nicht zu erkennen in der Lage bin, wegen des Generationen-Konfliktes.

Ihr wisst schon, rot ist das neue gelb oder so ...

Ich bin sehr froh, dass sie trotz ihrer 18 Jahre noch so lieb und verständig ist, Mutti in die Geheimnisse der Ordnung ihrer Generation einzuweisen, auch wenn ich es nicht ganz verstanden habe.
In meinen Augen stand sie inmitten von *zensiert von Tochter*, als sie mich eindringlich darauf hinwies, dies sei ordentlich.
Und was die Ordnung 2012 angeht, finde ich sie auch irgendwie Staubsauger untauglich und fürchte die Stolpergefahren.
Beides aber Unstände, die ich durch einfaches Nicht-Betreten der töchterlichen Gemächer, ignorieren kann.

Mit anderen Worten:
ich biss derart auf Granit, dass ich fast schon wieder stolz auf sie war ...

Wehe, das verrät ihr einer!

Aber ich selbst habe gestern wirklich unglaublich viel geräumt und entsorgt.
Am Tauschcontainer half mir eine Frau dabei, einen Großteil meiner entsorgten Bücher direkt in ihren Kofferraum zu laden, statt erst noch mühsam in den Tauschcontainer zu sortieren.
Ich glaube, wir fanden uns beide sehr nett aber seltsam, da unsere Entrümplungsinteressen wohl sehr gegensätzlich sind.

Nach dem gestrigen Großeinsatz kehre ich nun aber genüsslich wieder zu
1 Fach am Tag zurück.
Das Fach im "namenlosen Zimmer" betraf heute den Haushalts-Schrank.
Ein alter Wecker landete im Müll und ein ganzes Fach wurde frei, nachdem ich einfach alle Rollen Küchenrolle neben die beiden Schuhputz-Kästen und Bügeleisen meiner Kinder stapelte.

Gute Sache übrigens - beide haben zum 14. ihr eigenes Bügeleisen bekommen und ich bügle seither nicht mehr für sie.
Das heißt, meine Tochter bügelt selbst und mein Sohn geht zerknüllt.
Das würde er aber auch tun, wenn ich noch für ihn bügeln würde,
da - wie bekannt - er frische Wäsche immer erst einmal für eine Weile auf seinen Schreibtischstuhl räumt und sich für die Hausaufgabena auch draufsetzt
und abends seine Dreckwäsche draufwirft
und ... und ... und ...
... bis ich mal schaue, wie es bei ihm so aussieht ...

argh

Mittwoch, 8. August 2012

*Bumm*

Gut, für einen Single mag die
"jeden Tag ein bisschen"-Methode funktionieren,
aber ich durfte soeben feststellen, dass es für Mütter nicht taugt, täglich ein wenig Chaos abräumen zu wollen, da ihr Nachwuchs sich umgehend vom Chaos anstecken lässt und nicht beim Abtragen hilft, sondern eher das Chaos noch anschwellen lässt.

Genau, ich war in den den "Kinderzimmern" und nun bin ich schon beim 2. Kaffee ...

Ich habe beiden honigsüße Zettel geschrieben, die sie zum Aufräumen motivieren werden.
Oder dazu, Mami unauffällig in irgendeinem Tümpel zu ertränken.
Sollte ich mich in den nächsten Tagen hier nicht melden, forscht bitte nach und glaubt Auskünften, ich hätte eine lange Reise angetreten, nicht!

Damit, dass ich beiden Zettel an die Türen gehängt habe und mit üblen Konsequenzen drohe, die nicht aufgeräumte Zimmer am Wochenende nach sich ziehen werden,
habe ich natürlich mich selbst am meisten unter Druck gesetzt,
denn nun muss ich schleunigst mein Schlafzimmer auf Hochglanz bringen.
Ihr wisst schon - selbstgerecht empörte Teenager und Frisch-Erwachsene, die ungerechten Müttern die eigene Unordnung gnadenlos unter die Nase reiben.
Und mein Schlafzimmer ist derzeit auch eher ein Lagerraum, denn eine Lustgrotte.
Ich habe zuviel Kram in der Liebesecke herumstehen ... den ich irgendwann mal, in aller Ruhe ... sortieren wollte.
Ok, das geschieht dann eben umgehend.

Der gerechte Zorn des eigenen Nachwuchses kann beflügeln.
Ich hau dann mal rein :)

Und wie gesagt:
a) ich plane keine lange Reise
b) ich scheide auch nicht freiwillig aus dem Leben

:)

---

So, mein Schlafzimmer ist wieder ein Schlafzimmer.
Und ein Wäschekorb künftig wieder ein Wäschekorb und kein Kramlager.
Sehr fein.
Dafür kann ich gleich einen Schwung Altkleider wegbringen,
eine Original verpackte CD "Idealgewicht ohne Diät"
viel Altpapier

jetzt ran an den Tisch, auf den ich Bücher, Zeitschriften und Ordner gestapelt habe.

---

Dienstag, 7. August 2012

Es geht weiter, aber ...

Ach je ...

Die Regale meines Büros sind allesamt zerlegt und könnten eigentlich zum Müll, da sie von hinten angeschimmelt sind, aber evtl. vielleicht, wer weiß, mal sehen ... gibt es ja doch noch Geld von einer Versicherung, obwohl die mein versickertes Duschwasser als "Plansch- und Reinigungswasser" einschätzten.
Mal schauen, ob der Tischler mir irgendwann die nötige Rechnung dazu erstellt - und dann mal schauen, was der Versicherung dann noch wieder einfällt.
Am liebsten würde ich meinen Sohn motivieren, den ganzen rotten Kram zum Abfallhof zu schaffen, aber so dicke haben wir es dann doch nicht, dass ich der Versicherung einen innerlichen Stinkefinger zeige und einfach aufräume.

Aber ... alles was in den immerhin 6 großen Regalen war, muss nun ... sortiert, geräumt etc. werden.
Bzw ... steht noch irgendwie herum.

Plan ist, in einem Zimmer, das ich bisher noch nicht entrümpelt hatte, das unterzubringen, was ich behalten möchte.

Also entrümple ich nun immer ein Regalfach in diesem Zimmer und räume dann möglichst sinnvoll dort wieder Sachen rein.
Das Büro war bisher das Zimmer für Regale - das andere Zimmer sieht mein Sohn sozusagen als sein Zimmer.
Seine Bereitschaft, mir dort Asyl zu gewähren und seine Sachen durchzuschauen ist ... dazu kommt, dass gestern die Schule begann.
Entsprechend langsam komme ich voran.

Aber ich merke immer wieder, wie gut man entrümpeln üben kann und wie herrlich dieses Entrümpeln in Sachen Konsumverzicht hilft.
Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie wenig Lust man auf neuen Kram haben kann.
Sehr fein.

In Sachen Figur tut sich auch ... mal wieder was.
Ich habe jetzt mal wieder genau die Kilos abgenommen, die ich bereits mehrfach abgenommen habe - aber nun sind sie wieder weg und wenn ich mich jetzt ein wenig zusammenreiße, betrete ich vielleicht demnächst Zahlengebiete, in denen ich nun schon 2-3 Jahre nicht mehr war.

Hilfreich ist eine Freundin, die derzeit auch abspeckt.

Man liest sich :)

Montag, 23. Juli 2012

der Wasserschaden

Erinnert Ihr Euch noch an mein Büro?
Mein mühsames Entrümpeln der ersten beiden Regale?

Tja, diese beiden Regale wandern jetzt zum Sperrmüll, denn vor etwa 2 Wochen entdeckte ich an der Seite eines der Regale plötzlich Ameisen.
Geflügelte Ameisen.
Sehr viele geflügelte Ameisen.
So schnell habt Ihr eine alte Bio-Tante wie mich noch nie mit der vom hilfreichen Nachbarn ausgeliehenen Chemiekeule gesehen.
(er hatte sie mir schon einmal für die Wespennester im Hühnerstall geliehen, aber da habe ich sie nicht benutzt - nun wusste ich aber, wo ich so etwas ganz schnell bekomme)
Die Vorstellung, ein paar Hundert geflügelter Ameisen im freien Flug durch meine Kate, ließ den Tierfreund in mir kurz ruhen und den Hysteriker kräftig sprühen.

Um sicher zu sein, dass hinter dem Schrank nicht noch weitere geflügelte Armeen lauerten, räumte ich das Regal aus und rückte es von der Wand.
Keine weiteren Ameisen, aber ... eine schwarz schimmelige Wand.

Iiiiiiiiih!

Der Hysteriker war noch in Bereitschaft und räumte bereitwillig im gesamten Büro die untersten Fächer aus - denn beim ersten Regal reichte der Schimmel nur über das erste Fach - und siehe da:
überall eine fiese, schwarz feuchte Schimmelkante.

Sooooo eklig!

In diese Stimmung hinein rief mein holdes Töchterlein an, ob ich sie vielleicht abholen konnte.
Ja, das konnte ich brauchen.
Ich beruhigte meine Nerven damit, ihr eine lange Standpauke darüber zu halten, wie ungemein erwachsen sie doch nun sei und wozu ich bitteschön einen Zweitwagen gekauft hatte, wenn sie doch zu geizig sei, mal etwas Geld für Sprit auszugeben.

Hach, das tat der geschundenen Seele gut ... bis wir wieder daheim waren, wo der Anblick der ermordeten Ameisen und der Schimmelkante mich dann einholte.

Da das Töchterlein keinesfalls weitere Predigten wollte, wurde ich mit Kaffee versorgt in den Garten geschubst, während sie mit dem Staubsauger die Ameisen-Leichen beerdigte.
Ich bilde mir ein, dass es noch ein paar Mal sprühte ... obwohl ich gesagt hatte, dass evtl. Überlebende jetzt aber ins Freie geräumt werden.

Nun gut, die Ameisen waren nicht das Problem - die schimmeligen Wände aber sind es.
Langer Rede kurzer Sinn:
schuld ist die Dusche
Die Silikonfuge zwischen Boden und Wand war rissig
(jetzt gerade ist sie komplett weg)
und mit jedem Duschen lief Wasser in den Boden.
Seifenwasser ist ja noch dazu herrlich entspannt und kommt überall durch.
Da die Wände zwischen dem Bad und Büro aus rotem Klinker bestehen und verputzt sind, merkte man ihnen nicht an, dass sie feucht waren.
Dem schönen Terrazzo-Boden schon gar nicht.
Aber die Gipswände im Büro saugten gierig auf, was immer wir in den Boden duschten und hinter den Regalen züchteten wir fortan lustige Schimmelpilzkulturen.

Nun müssen die Wände aufgemacht werden, damit alles was dahinter nass ist, bitteschön wieder trocknen kann oder entfernt wird.
Die Regale, die zwischen dem Handwerker und der Wand stehen, müssen komplett ausgeräumt und abgebaut werden.

Die Wände müssen dann eine ganze Weile aufbleiben - also muss die Zwischenlösung für den Kram eine sein, mit der sich leben lässt.

Tja, und da kommt mir meine Entrümplungsmentalität zur Hilfe.
In den letzten Monaten habe ich es so gut gelernt, mich von Kram zu trennen, dass ich das Büro vor meinem inneren Auge schon längst wieder eingerichtet habe - aber komplett ohne die 6 Regale, die darin stehen.

Wenn diese Regale bleibend verschwinden, kann ich an der einen Wand unsere Weltkarte wieder aufhängen und auf der anderen Seite unsere Hängematte und eine Leselampe.
Umgekehrt merke ich plötzlich, dass ich es immer schon schade fand, die schöne Weltkarte nicht mehr an der Wand zu haben und auch die Hängematte habe ich vermisst.

Das habe ich nur nie gemerkt.

Entrümpeln ist eine gute Gelegenheit, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu entdecken.
So stehe ich vor den derzeit noch recht vollen Regalen - und mir ist es in den Tiefen meines Herzens vollkommen schnuppe, was für Schätze sich darin verbergen:
das ist Kram!
der zwischen mir und meiner Hängematte steht.

Früher habe ich liebend gerne Flohmärkte besucht und Dinge gefunden.
Nichts läge mir jetzt ferner.
Wenn ich so weiter mache, wird aus mir noch eine von diesen Heiligen, die all ihr Hab und Gut verschenken und bei Vollmond nackt im Garten tanzen.

Allein, wie viel schneller das Büro ohne die proppenvollen Regale geputzt sein wird!
Und mehr als ein Buch kann man nicht gleichzeitig lesen - also ich meine wirklich genau hier und jetzt. Ansonsten lese ich natürlich immer mehrere Bücher parallel.

Natürlich ist da gelegentlich noch das anerzogene
"das ist zu gut für den Müll"
"irgendwann kann man das sicher noch brauchen"
...
das meine Oma noch Kisten mit "kaputte Tüten" beschriften und auch befüllen ließ.
Ich wette, meine Mutter hat den Karton mit den kaputten Tüten auch noch immer,
denn die kann man sicher noch mal brauchen und wenn man die vorher wegwirft, dann straft einen das Schicksal übel damit, dass man keine kaputten Tüten hat, wenn man mal kaputte Tüten braucht.

(Ok, meine Oma war nicht bescheuert, sondern hat mit den kaputten Tüten Päckchen ausgestopft, damit darin nichts verrutschte - wir (alle außer mir) kommen nämlich "von drüben" und da schickt(e) man unermüdlich Päckchen mit Nylonstrumpfhosen, Kaffee und was gerade "drüben" nicht zu bekommen war)
Heute gibt es die DDR nicht mehr, aber dafür Ebay - vieeeeele Päckchen!

Mir macht Ebay keinen Spaß mehr und glücklicherweise hat der Tauschcontainer wieder aufgemacht. Ich brauche es auch nicht mehr - diese Legitimation, etwas für die guten Sachen zu bekommen.
Mittlerweile reicht es mir, die Dinge als "Kram" zu erkennen und vom Hals haben zu wollen - ohne den Müllberg unnötig zu erhöhen.
Aus dem Tauschcontainer können sich andere den Kram rausholen und wieder wertschätzen.
Ist doch gut für die Sachen, wenn sie vom Kram von anderen wieder zu Nützlichem erhoben werden.

So, ich habe noch ein paar Kisten zu befüllen und abzutransportieren ...

Übrigens mache ich immer noch: -> Low Carb

Freitag, 6. Juli 2012

Leere Ablagekörbchen

Sendepause, weil ich mit den Ablagekörbchen kämpfte und doch das Gefühl hatte,
ich sollte sie besser ausräumen, als immer wieder hier zu erwähnen, dass ich sie ausräume ... ganz bestimmt.

Und nun ist es tatsächlich vollbracht:
die leeren Körbchen stehen gestapelt im Schrank
und jedes einzelne Blatt, jeder Schnipsel und jede Notiz wurden entweder abgeheftet,
weggeworfen oder sonstwie bearbeitet.
Darunter peinlicher Weise auch ein Schwung ungeöffneter Umschläge mit Rechnungen, zu denen ich dann die Mahnungen schon beglichen hatte ...
Und das mir ...

Peinlich berührt habe ich dann auch noch in erstaunlicher Schnelle meine Umsatzsteuer erledigt und einen lang vor mir hergeschobenen Antrag endlich mal nicht nur in Angriff genommen, sondern auch schon abgeschickt.
Ich kann es nicht fassen ...

Irgendeine Macke zwingt mich sonst nämlich dazu, immer erst die unwichtigen Sachen zuerst zu erledigen und Dinge, die mir zu Geld verhelfen würden, erst einmal zu verschieben.
Auf jenen niemals stattfindenden Zeitpunkt, an dem ich dann mal wirklich gebührend Zeit und Konzentration dazu habe ... haha ...

Auch im Garten war ich noch einmal rodender Weise tätig.
Eine Aktion, die von meinen Hühnern sehr begrüßt und unterstützt wurde:
sie scharren seither eifrigst nach.
Ich werde einer der sehr wenigen Menschen sein, deren Garten durch ein paar Hühner ordentlicher aussieht, als ohne Hühner.
Wobei der Garten aber auch wieder so groß und die Anzahl der Hühner so gering ist, dass kein kompletter Kahlschlag zu befürchten ist.

Mittlerweile weiß ich auch, weshalb diejenigen, die Bücher über den Konsumverzicht schreiben, immer gleich auf alles verzichten.
Ich schaffe ja lediglich keinen "Kram" mehr an.
Das heißt, ich gehe weiterhin aus, in Museen, Kinos etc
betanke mein Auto und kaufe sowohl Lebensmittel, als auch Kleidung - bzw ich ersetze defekte Kleidung.
Und nun ja, es gibt nichts zu berichten.
Das kann man ganz locker durchziehen und im Endeffekt bin ich jedesmal im Nachhinein froh, etwas nicht gekauft zu haben.
Trotz des Entrümpelns und des Kaufverzichts, sind weiterhin die Schränke voll und eigentlich alles da.

So habe ich auch an meinem Geburtstag größere Geschenklawinen verhindert.
Ich bekam ausschließlich Kram von meinem Amazon-Wunschzettel, Blumen und dann noch eine tolle Scheibe von einem hohlen Baum, die ich mal im Wald entdeckt hatte.
Nachdem ich sie hinreichend bewundert hatte, war sie weg und ich traurig ... bis ich sie dann zum Geburtstag bekam - tolle Überraschung!

Und ja, ich kann mich dafür begeistern, unbehandelten Holzkrams in aller Ruhe in meinem Garten verrotten zu lassen - Holz hat so etwas an sich, dass selbst der Verfall immer sehr sehenswert ist.

Thema Taille ...
Ich ernähre mich weiterhin nach Low Carb ... mache aber auch weiterhin zu viele Ausnahmen.
Immerhin sinkt mein Gewicht - nicht schnell, aber die Richtung stimmt :)

Mittwoch, 13. Juni 2012

Der Fluch der silbernen Scheiben

Priml ...
An beiden Tagen jeweils eines der Ablagekörbchen entrümpelt und wieder dem eigentlichen Zwecke zugeführt.
Denn eigentlich habe ich ein ganz sinnvolles Ablagekörbchen-System.
Das gestrige Körbchen zB ist den bezahlten Rechnungen gewidmet.
Wann immer ich eine - nicht steuerrelevante - Rechnung bezahle, vermerke ich unter dem Betrag das Buchungsdatum und setze meine Paraphe darunter.
Das mit der Paraphe ist natürlich sehr albern, da ich hier die einzige bin, die Rechnungen bezahlt, aber das ist halt noch so ein Reflex aus den Tagen im Büro.
Immerhin setze ich keinen Erledigt-Stempel mehr dazu :)
Am Ende des Jahres stopfe ich alle Rechnungen in einen großen Umschlag, setze die Jahreszahl drauf und beginne einen neuen Stapel.
Wenn ich zwischendurch dann mal eine Mahnung bekomme, oder aus sonstigen Gründen die Rechnung brauche, finde ich sie recht schnell.
Das spart durchaus Geld, denn gerade Versandhäuser, die eine Bestellung in 4 Lieferungen abarbeiten, kommen gerne mal durcheinander mit den Zahlungseingängen und es ist ungemein überzeugend, wenn man dann ratzfatz sagen kann, wann man überwiesen hat - und auch mit einem Blick in die Auszüge sieht, dass die Angabe korrekt ist.
Nur so ein Tipp :)

Das Problem an meinen Körchen ist nicht nur die bekloppte Katze, die sich gerne laut schnurrend hineinlegt, sondern das "mal eben".
Wenn ich mich festgebrasselt habe und plötzlich Besuch kommt, oder hungrige Kinder, stapel ich flugs alles mal eben zusammen und so landen schnell ein paar Zeitschriften mit in dem einen oder anderen Körbchen, mein Personalausweis, unbezahlte Rechnungen, Postkarten, Altpapier und das eine oder andere Salamibrot.

Na gut, das mit dem Salamibrot ist überzogen ...

Bei den nächsten Rechnungen beginne ich dann das nächste Körbchen, denn da mittlerweile alle Körbchen mit Katzenhaaren, Zeitschriften und Krams gefüllt sind und ich es natürlich immer eilig habe, ist es zu mühsam, das richtige Körbchen zu suchen. Das mache ich dann mal "in Ruhe".
Wenn nicht soviel los ist.
Ein anderes Mal.
Bald ...

Ich wage gar nicht zu sagen, wie viele krude gefüllte Ablagekörbchen noch auf mich warten. Dazu kommt, dass ich, seit ich die Ablagekörbchen entrümple, dann eben wieder freihändig staple ...
Ok, wenn ich ehrlich bin, sind es noch 3 Ablagekörbchen, ein Stapel neben der Eckbank, ein in einen Pappkarton gestapelter Stabel und *heul* ein Wäschekorb ungewissen Inhaltes, der wieder den Weg in mein Schlafzimmer gefunden hat, das ich doch so schön entrümpelt hatte.

Dazu kommt, dass unter dem Fernsehtisch wieder ein wahres Zeitschriftengebirge angewachsen ist.
Und das, wo ich dieses Jahr keinerlei Zeitschriften kaufe.
Erstaunlich.

Vorhin habe ich auch schon was entrümpelt - siehe Überschrift.
An unseren Fernseher sind mysteriöse Dinge angeschlossen, die mein Sohn liebt - meine Tochter teilweise auch.
Als da seien - meine Wii - meine, da Wii out ist und ich vermutlich die letzte Benutzerin in diesem Haus bin. Zwecks gelegentlichem wiigen ...

Ein PSwasauchimmer, mit dem mein Sohn spielt und wir auch unsere Videos DVDs sehen - und dann noch ein Teil, mit dem wir keine DVDs schauen, sondern Blue Rays - warum auch immer, denn die sind nur viel teurer und ich sehe keinen Unterschied, obwohl wir einen eindrucksvoll bescheuert großen Fernseher haben.
Zugeständnisse an Jungsbedürfnisse.

Vorhin fand ich jedenfalls eine hm, evtl. DVD, oder ein Spiel von der Wii oder der PSwasauchimmer ... und wollte sie in die richtige Box tun.
In der richtigen Box waren aber bereits - und zwar gleich zwei - von den silbernen Scheiben ...
Eine Stunde später habe ich nun 10 leere Hüllen und 3 silberne Scheiben, die nirgendwo reingehören.
"Immer wenn ich dachte, nur noch diese Scheibe in diese Hülle tun und dann bist du fertig!", wartete in der Hülle dann eine lustige Überraschung in der Form von gleich 3 Scheiben oder so.
Mir ist sehr danach, einfach mal den Kleiderschrank meines Sohnes zu öffnen, ein Foto zu machen und dies auf seine Facebook-Pinnwand zu setzen!
Mein Sohn klärte mich bei einer entsprechenden Drohung (die sich allerdings auf seinen komplett verwüsteten Fußboden bezog) über seine Persönlichkeitsrechte auf, die einer Mutter seiner Meinung nach, diese Notfall-Rache-Mittel verwehren.

Wobei er natürlich Klasse ist, der Sohn.
Meine Kinder haben mich beide ganz fantastisch geerdet, was die Möglichkeiten der Erziehung angeht. Während ich von Anfang an auf Konsequenz gesetzt habe, behalfen sich meine beiden Kinderlein mit kompletter Ignoranz.
Ich kann mir jetzt schon lebhaft vorstellen, was meine Schwiegertochter irgendwann mal behaupten wird, aber sie irrt!

Montag, 11. Juni 2012

10 Tage später ... und noch einmal ...

Da war doch was ...
Anfang Juni hatten wir viel zu feiern und viel Besuch und so verbrachte ich meine Zeit eher damit, beides vorzubereiten und dann zu genießen.
Heute dann wieder das Gefühl des
"hey, eigentlich entrümpelst Du doch dieses Jahr!"
Immerhin habe ich deshalb schon ganz entschlossen ein gut gefülltes Ablagekörbchen auf den Tisch gestellt, das ich im Verlaufe des Tages dann freizuräumen gedenke.
Auf den Tisch, auf dem noch der Geburtstagskranz und 15 Kerzen von gestern stehen.
Es gilt neben dem Entrümpeln also auch noch aufzuräumen, was so den Alltag angeht ...

Außerdem habe ich die Wii angeschmissen, die mir nur wieder Dreistelliges zu berichten hatte.
Ungut.
Ich denke, da ich mit dem Entrümplungszustand der Kate zufriedener bin, als mit dem meines Luxuskörpers, werde ich die Prioritäten jetzt mal ganz sachte verlagern und sowohl die LOGI Ernährung, als auch meine Bewegung nach oben auf den Gipfel der Tagesroutine zerren.

Was LOGI angeht, muss ich von meiner laxen "Reis, Kartoffeln, Getreide weglassen"-Haltung abrücken, da meine innere Stimme mir sonst abends mit leicht irrem Klirren klarmacht, dass eine große Portion Vanilleeis mit Dosenpfirsichen, Erdbeersauce und Sahne - auch als Pfirsich Melba bekannt ... samt einer Portion Eierlikör voll LOGI ist.
Jaaaa, Eierlikör macht es nahezu wertvoll, da da ja viel Eiweiß drin ist ...

Gut, ich habe nun Alkohol und Zucker mit auf die "böse!"-Liste gesetzt.

Sollte aber jemand eine Methode finden, bei der ich zuverlässig abends um 21 Uhr ins Koma falle und erst morgens wieder aufwache, wäre das noch besser. Ich vermute, dass ich 2/3 meiner Kalorien in der Zeit nach 21 Uhr zu mir nehme ... *grummel*

Mittwoch, 30. Mai 2012

Wieder auf Kurs ...

Ist es nicht erstaunlich, wie schnell ein Haushalt mit 2 Kindern, 2 Katzen, 2 Hunden und 5 Hühnern komplett zumüllen kann?
Aber das Gute an meinem Entrümplungsjahr ist, dass ich diesmal nicht lange herumzapple und die Kramlawine vor mir hinschiebe, bis sie komplett unüberwindlich wird, sondern ... einfach anfange.

Zwischen "oh Mann, wie sieht es hier denn aus?!" und "man müsste ...", fehlte das "irgendwann", das mir sonst immer willig zur Hand war.
Statt irgendwann, legte ich direkt in meinem Schlafzimmer los,
räumte mich dann durchs Wohnzimmer in die Küche mit Abstecher ins Bad und nun bin ich wieder da, wo ich mit dem Entrümpeln zuletzt war.
Fein ...

Mein "jeden Tag ein Fach" habe ich auch noch drangehängt.
Wir haben eine eher kleine, zum Wohnbereich hin offene Küche mit sehr wenig Stauraum.
Was ich an Backformen und so habe, lagert nun wunderbar ordentlich auf dem Dachboden.
Eigentlich ...
Denn da ich sehr oft backe *sigh* lohnt es kaum, die Backformen immer wieder hochzubringen und man kann sie doch auch "kurz" irgendwo lagern.
Und dann haben wir ein hübsches Tablett, auf dem die Getränke stehen, laufende Medikamente und offene Tierfutterdosen.
Irgendwann quillt das Tablett natürlich über und auch vor dem Tablett stehen dann Gläser und Flaschen.
Insbesondere angebrochene Sirup-Flaschen oder mysteriöse Säfte breiten sich aus.
Mein Töchterlein hat einen Hang, im Bioladen Säfte zu entdecken, die schlank, schön und intelligent machen.
Daheim stellt sich dann heraus, dass sie nur leider nicht schmecken.
Da dieser Kram teuer ist, beteuert meine Tochter zumindest anfangs noch, dass sie wooooohl regelmäßig von diesem Saft trinkt.
Man darf davon nicht zuviel auf einmal trinken!
Heute habe ich 6 gut zugestaubte Saft- und Sirup-"Reste" entsorgt und werde nachher das tote Flaschenkapital wieder der Marktwirtschaft zuführen.
Ha! Nicht nur Ordnung in meiner Küche, sondern auch noch rapider Wirtschaftswachstum ...

Bewegung und Ernährung habe ich wieder mal konsequent vernachlässigt.
Low Carb ist Klasse - man muss es nur auch machen und ich fürchte, ich habe in letzter Zeit so viele kleine Ausnahmen gemacht, dass mein Körper gar nicht mitbekommen hat, dass wir ja eigentlich Low Carb machen ...
Ein typischer Tag sieht so aus, dass ich mich bis nachmittags mit Kaffee ernähre und vor mich hin arbeite.
Dann kommen die Kinder und ich werfe mich in den Kücheneinsatz.
Direkt danach würde ich dann meine ausgewogene Low Carb Mahlzeit zubereiten, wenn, ja wenn dann noch Zeit wäre - oder ich nicht dem Hungertod nahe ganz dringend erst einmal ausnahmsweise doch mit den Kindern mit esse ...

Ab heute wird das natürlich wieder ganz anders!
Direkt nach diesem Beitrag hier, stürze ich mich in die Küche und dünste Zucchini.

Ganz bestimmt!

Donnerstag, 24. Mai 2012

Ich bin der Sensemann :)

Doch, es gibt mich noch und ich entrümple auch ... finde ich ...
... nur derzeit nicht im Haus, sondern im Garten.
Mein Garten ist groß - richtig groß.
Ich mag gepflegte Gärten und in der Theorie bin ich auch ein großer Fan der Gartenarbeit.
Aber ich weiß, wann ich besiegt bin und so habe ich meinen Garten der Natur überlassen.
Meine Gartenarbeit beschränkt sich seither aufs Roden, ausreißen, absägen oder Einsätzen mit der Motorsense.
Und genau die läuft seit ca einer Woche immer dann, wenn ich dazu komme.
Ich sense mich einmal rund durch und um den Garten.
Es ist ein lustiges Gefühl, ca 2 Stunden zu sensen und dann zu tippen ... bssssssss.
In den nächsten Tagen trage ich das Haar allerdings offen, da ich die Arme nicht mehr über den Kopf heben kann - zum Bürsten stütze ich den Ellebogen auf den Tisch ab.
Same procedure as every year ...
Eigentlich muss ich nun noch die beiden Wiesen runterholen - eigentlich mache ich das auch immer, bevor das Spectaculum hier in Hohenwestedt beginnt, damit im Garten gezeltet werden kann.
Da wir morgen aber wieder zum chinesischen Konsulat müssen um das Visum abzuholen, mit dem mein Nachwuchs dann im Sommer gen Peking startet, komme ich aber erst Samstag dazu.
Aber dann ist auch ausgesenst bis zum Herbst.
Die Senserei muss sein, damit wir hier nicht "verbuschen".
Giersch und Co sind ja ok, aber ich möchte doch eher keinen dichten Eschenwald mit Brombeerdickicht.
Auch fände ich es toll, zur Ernte auch an all meine Sträucher zu kommen.
Zwischen Ernten und Sensen kommt aber erst noch das Rupfen und sägen.
Unsere Esche ist ausgesprochen vermehrungsfreudig und noch dazu ist sie ein tückisches kleines Miststück, die mir ihre Ableger gerne zwischen die Sträucher schmeißt.
Während ich auf offenem Gelände Baby-Eschen relativ schnell erkenne und rupfe, werden sie zwischen den Sträuchern manchmal doch recht hoch und baumig, bis ich sie endlich als Esche erkenne und mich ihrer annehme.

Meine Ernährung besteht mittlerweile aus Low Carb und Kuchen.
Ich weigere mich, auf die Waage zu steigen, denn irgendwas sagt mir, dass Low Carb und Kuchen in Kombination nicht als Diät funktionieren.
Wie gesagt:
noch der Rest vom ähm, Beet, die 2 Wiesen und das Sensen ist erst einmal vorüber.

Donnerstag, 17. Mai 2012

Wespennester

Fernseher - Beilight auf Video
Mailpegel - 69
gekauft - Hühnerfutter, Futterglocke, Wassertrog
Intellekt - Make me glücklich
Körper - geschlossen wegen Grippe ...
entrümpelt - den Hühnerstall
Amazon -
entsorgt - 3 Wespennester

Schon wieder 14 Tage verflogen, ohne dass ich zum Bloggen gekommen bin.
Ich habe auch nicht ernsthaft entrümpelt, diätet, was für meinen Intellekt oder Körper getan, aber immerhin doch die Sache mit dem Konsumverzicht weiter durchgezogen.
Mein Körper entpuppt sich 2012 als erbitterter Gegner meiner Vorsätze und wirft sich mit Freude jeder einzelnen blöden Grippe- oder Virenwelle entgegen und so taumle ich von einem Kotzvirus zur Grippe und zurück ...
Derzeit habe ich wieder dieses taumelige Tiefseetauchergefühl, bei dem meine Nase nicht nur verstopft ist, sondern sich rund um sie eine Art Vakuum gebildet zu haben scheint, die mich zu Karpfen artiger Schnappatmung zwingt.
Gut ja, keine Ahnung, ob Karpfen schnappatmen.

Egal ...

Was den Konsumverzicht angeht, habe ich ihn nur für den Garten ... im weitesten Sinne ... gebrochen und werde dies auch morgen wieder tun, denn morgen holen wir uns endlich mal die Hühner, von denen ich ja schon so lange "träume".
Angesichts unserer Hunde und Kampfkatzen steht mir der Sinn nach großen, robusten Hühnern und die bekommt man halt nicht überall.

Als ich gestern schaute, ob alles für den Einzug unserer Hühner bereit sei, habe ich auch etwas entrümpelt und zwar den frisch gebauten Hühnerstall.
Als ich ihn betrat, bestaunte ich nämlich ein paar Beulen im Holz.
Beulen im Holz?
Ich brauchte eine Weile um zu begreifen, dass das winzig kleine Wespennester waren.
Was nun?
Ich weiß, dass man bei einem großen Wespennest die freiwillige Feuerwehr informiert - aber bei so kleinen, gerade mal Glühbirnengroßen Nestern?
Ich fragte meinen Nachbarn, der mir eine Dose Insektenspray in die Hand drückte.
Hm, ich bekomme eh kaum Luft und der Stall ist sehr klein.
Die Möglichkeit, dass ich mit dem Spray eher mich, als die Wespen umbrächte, erschien mir sehr wahrscheinlich.
Ich suchte mir ein Schraubglas und ein Messer und dann hielt ich das Glas unter das erste Nest, schnitt es von der Decke ab und
ließ es in das Glas plumpsen, das ich bündig an die Decke hielt.
Nichts passierte.
Das Nest lag im Glas und nichts rührte sich.
Also ging ich zum nächsten Nest und wiederholte das Spiel.
Beim dritten Nest krabbelte dann eine einzelne, vermutlich ziemlich wütende Wespe aus ihrem Nest, aber da hatte ich längst den Deckel auf das Glas geschraubt.
Meinem Nachbarn brachte ich sein Insektenspray zurück, zeigte ihm meine Wespennester und die gemeingefährliche Wespe (dazu musste ich das Glas ein wenig schütteln) und ließ mich gebührend bewundern.
Danach stellte ich mein Schraubglas ins Freie, öffnete den Deckel und machte, dass ich weg kam.


Die Wespe verließ das Glas brav und ich stehe vor dem Dilemma, nun 3 unbewohnte, kleine Wespennester zu haben.
Keine Ahnung, was ich damit soll, aber ich finde sie doch noch etwas zu faszinierend um sie einfach wegzuwerfen.
So ein Wepsennest kann man sicherlich immer noch irgendwie brauchen, oder?

Hach ja ...

Ich hoffe inständig, dass mein Tiefseetaucher-Karpfenzustand irgendwann mal wieder vergeht und ich von weiteren Ausflügen ins Land der Scheintoten verschont bleibe, damit ich mich wieder dem Entrümpeln und Co widmen kann.

Donnerstag, 3. Mai 2012

die frisch entrümpelte Küchenschublade

Fernseher - the Closer
Mailpegel - 51
gekauft - Lebensmittel
Intellekt - Vom Verzehr wird abgeraten: Wie uns die Industrie mit Gesundheitsnahrung krank macht
Körper - -
entrümpelt - die Küchenschublade
Amazon -
entsorgt - Kram aus der Küchenschublade

Nach einem dreifachen "Wo ist???" und einem erneuten Hängenbleiben der Küchenschublade, weil eine Suppenkelle quer lag,
ging ich entrümplungstechnisch dem Büro fremd und nahm mir erst einmal besagte Küchenschublade vor.


Die Kram-Schublade neben der Besteckschublade.

Also:
einmal alles raus und auf ein Tablett legen:

Dann holte ich mir erst einmal den Staubsauger und ließ ihn mit dem Bodensatz aus Krümeln kämpfen.
Ja, ich weiß, die Krümel sprechen gegen mich ...
Danach wischte ich die Fächer auch noch aus und wandte mich dem "Kram" zu.


Wieder in die Schublade durfte nur, was auch wirklich von mir benutzt wird - und überhaupt in diese Schublade gehört ...
In zwei Körbchen sortierte ich dann die Wegwerfs und die "kommt auf den Dachboden, kann das Töcherlein in der 1. eigenen Wohnung brauchen".
Meine Güte, wird sich das Kind freuen, wenn sie die gebrauchte, unpraktische Knoblauchpresse bekommt (meine neue ist praktischer abzuwaschen :) und die pastellfarbenen Kochlöffel, die sie selbst ausgesucht hat.
Ich glaube nicht an Plastikkochlöffel - ich mag die aus Holz.
Auch der Spaghettilöffel wird ihr das Leben sicherlich wahnsinnig erleichtern ...




Der Inhalt des unteren Körbchens befindet sich dagegen schon im Müll.
Insbesondere der dämliche "Tee-Löffel" von Tschibo, in den man Tee füllen konnte.
Sooooo praktisch ... nach 3 Versuchen ihn zu benutzen, verschwand er für immer in der Schublade, bzw nun im Müll.
Erinnert mich doch bitte das nächste Mal daran, wenn Tschibo so toll praktischen Kram anbietet ...
Wobei ich dieses Jahr ja eh nichts kaufe.
Angesichts der tollen Kiesel, die im Dunklen leuchten, die man zuletzt im Angebot hatte, musste ich grinsen, denn die haben wir und wären wir nicht zu faul, sie aus der Abtropfkante des Daches wieder einzusammeln, wären sie auch längst im Müll.
Also: sie sehen tatsüber kein bisschen aus wie Kiesel und verlieren ihre Leuchtkraft noch in der Dämmerung.
In der Dämmerung sieht man ihr Leuchten kaum.
Der Einzige, der je was von unseren leuchtenden Kieselsteinen hätte, wäre ein Einbrecher, der des Nachts mit der Taschenlampe kommt und diese dann schnell wieder ausknipst, wenn die Hunde anschlagen.
Dann leuchten ihm die Steine den Rückweg.
Praktisch ...

Damit verabschiede ich mich übrigens auch gleich ins Wochenende :)


Mittwoch, 2. Mai 2012

Wiedereintritt in die Entrümplungslaufbahn

Fernseher - Big Bang Theorie
Mailpegel - 57
gekauft -
Intellekt - Vom Verzehr wird abgeraten: Wie uns die Industrie mit Gesundheitsnahrung krank macht

Körper - -
entrümpelt - Büro-Fensterbank
Amazon - die Nebenbei-Diät
entsorgt - 1 Kleiderbügel für jeden Tag

Der Wiedereintritt in die Entrümplungsphase scheint gelungen und meinen "jeden Tag ein Teil wegwerfen"-Pflichten bin ich mit der Entsorgung eines Schwungs defekter oder unschöner Kleiderbügel nachgekommen.
Sollte ich anfangen Reiskörner einzeln wegzuwerfen, dürft Ihr mir Pfusch vorwerfen - aber Kleiderbügel sollten noch gelten.

Man hört und erlebt es immer wieder:
wer seinen Kleiderschrank entrümpelt, einfach mal die Hälfte aller Klamotten rausschmeißt, hat danach viel mehr anzuziehen.
Weniger ist mehr.
Denn endlich findet man auch mal etwas.
Und es hat einen Grund, wenn man Klamotten nicht trägt, sondern immer nur hin und her schiebt.

Heute habe ich beherzt die 1. Fensterbank des Büros entrümpelt.
Erstaunlich, was man auf einer einzelnen Fensterbank alles stapeln kann und wie hell das Büro ist, wenn man dies nicht mehr tut ...

Nachdem ich im Januar noch heftige Ebay-Userin war, stelle ich nun seltener, aber erfolgreicher Bücher bei Amazon ein.
Es lohnen die aktuellen Bücher - die verschwinden oft gleichtägig.
Diese Nebenbei-Diät klang ganz interessant, war es aber eher gar nicht.
Auf der einen Seite stehen Lebensmittel/Mahlzeiten/Getränke, die ich meist eh nicht mag und auf der anderen Seite dann die kalorienarmen Alternativen.
Links zB Sahnetorte und rechts eine Gurke.
Links ein Schnitzel mit Kartoffelsalat und rechts eine Gurke.
Links eine Pina Colada und rechts Gurkensaft ...
Na gut, nicht ganz so krass, aber der Sinn der Nebenbei-Diät eröffnete sich mir nicht, das Buch lag rum und nachdem ich bei Amazon nur 10,- Euro als Preis einsetzte, war es *schwupps* verkauft.
Davon bekomme ich nun zwar nur 8 Euro sonstwas, aber dafür geht das Einstellen bei Amazon blitzschnell.

Meine Entrümplungsreise durch die Kate verändert nicht nur die Kate, sondern auch mich ganz gehörig.
Zum Beispiel habe ich gestern und vorgestern Petra van Laaks Buch gelesen und es richtig gut gefunden.
Statt aber nun zu überlegen, ob das Buch bei V oder L ins Regal geräumt werden muss, denn hey, es ist ein gutes Buch! habe ich es soeben auch wieder für 10,- Euro bei Amazon eingestellt.
Es reicht mir, gute Bücher zu lesen - ich muss sie nicht auf Vorrat nehmen.
Und so nett Frau van Laak auch schreibt:
ihre Geschichte (zumindest diese) kenne ich nun.
Die lese ich nicht erneut.

Früher habe ich nur "schlechte" Bücher rausgerückt - jetzt behalte ich nur noch Bücher, die ich unbedingt noch einmal lesen möchte oder die zu einer Reihe gehören, die ich irgendwann erneut auf einen Rutsch durchschmökern möchte.
Ein Vorteil dabei ist auch mein Alter und das meiner Kinder.
Den Wahn, Dinge für meine Kinder aufzuheben, lege ich immer weiter ab, denn es lohnt nicht.
All meine sagenhaft tollen Trixie Belden Bücher zB, haben mein Töchterlein nicht im geringsten interessiert.
Kein bisschen.
Trixie ist uncool und ihre Fälle verstaubt, da die Guteste weder Handy noch Internet hatte.
Und kein Vampir sie je beißen wollte.
Und keiner je "ich habe heute kein Foto für dich!" zur ihr sagte ...

Etwas aufzuheben, bedeutet meine Gegenwart mit dem Aufräumen von Gegenständen zu ruinieren, die ich in der Zukunft dann doch nicht brauche.
Etwas aufzuheben, bedeutet totes Kapital zum Wertverlust in den Regalen zu stapeln, statt von Amazon Geld aufs Konto zu bekommen und heute "verprassen" zu können.

Außerdem ... meine Bücherregale sind trotz der großen Entrümplungsaktion voll ...
Häuser mit Reetdächern ... kaum Stellfläche an den Außenwänden, da die Außenwände sehr niedrig sind und Fenster an Fenster sitzt ... Ihr wisst schon ... dafür nistet ein Zaunkönig direkt an meinen Schlafzimmerfenster.


Montag, 23. April 2012

das innere Schweinekind

Tja ...
Ich weiß nicht recht, was genau letzte Woche passiert ist,
aber Fakt ist, dass ich endlich überhaupt merkte, dass irgendwas passierte,
als ich mich selbst im Burger King wiederfand und mich nicht nur mit ein wenig Frittendiebstahl bei meinem Sohn begnügte, sondern mein eigenes Menü hatte.
Und Ihr müsst mir nichts über die Wertlosigkeit einer Burger King Mahlzeit erzählen.
Nicht vergessen, ich bin so ein halbvegetarischer, bio-und-transfair-kaufender Gutmensch.
Zuvor hatte ich übrigens 2 Stunden im Auto gesessen und den Fred Vargas Roman beendet, statt die 2 Stunden zu nutzen und einzukaufen oder wieder nach hause zu fahren oder irgendwas.
Nö, ich blieb im Auto sitzen und las und hatte keinen Sport gemacht und hatte nun einen eigenen Burger in meinen Patschpfötchen.
Und Fritten! Und Softdrink.
Nein, jetzt kommt nicht die Szene, in der ich schlagartig wieder zu Sinnen komme, den Burger wegwerfe und daheim 3 Stunden auf den Crosstrainer gehe.
Nix da.
Ich genoss meinen Burger - no way, einem Moppel seine fettige Beute wieder abzujagen!
Aber immerhin kam ich ins Grübeln.
Hm, war das nun das innere Kind das gehätschelt werden muss oder der innere Schweinehund, den man überwinden muss.
Ich bin mir weiterhin unschlüssig und nenne es nun einfach "mein inneres Schweinekind"
Irgendwas war schiefgelaufen und hatte es auf den Plan gerufen.
Aber was?
Die Logi-Geschichte kann es eigentlich nicht gewesen sein, denn an der hatte ich doch Spaß gehabt.
Auch das Entrümpeln war deutlich mehr Spaß als Verdruss.
Ich kam auf den Sport.
Oder das "Zuviel".
Meine Tage waren plötzlich von morgens bis abends straff durchgeplant.
Aufstehen, Sport, Entrümpeln, Arbeiten, Kochen, Hunderunde, Haushalt ...
Nichts davon war mehr Spaß und ich merke, dass ich mich komplett gegen den Strich bürste, wenn ich von mir selbst ein straff durchorganiertes Sein verlange.
Am Wochenende habe ich mich treiben lassen, Veilchen geerntet und Sirup angesetzt, mit Radieschen herumgedaddelt, einen leckeren Kuchen gebacken, viel gelesen.
Kein Sport, kein Entrümpeln, kein Logi - und vor allem keine Waage :)

Ich denke mal, ich kehre heute zurück zu Entrümpeln, Logi und längere Spaziergänge.
Schaun wir mal.
So ein inneres Schweinekind sollte man nicht nachhaltig verärgern ...